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Laßbergio. Ich sende Inen, mein verertester Freund! mit den besten Wünschen zum Neuen Jar, eine kleine Gabe, die teils wegen ires sonderbaren Inhaltes, teils wegen dem noch ganz unbe kannten Verfasser derselben, vielleicht wol würdig war, der Vergessenheit entrissen zu werden und bitte Sie Herrn Professor Schwab, Herrn Hofrat Haug, Liprêt, den Herrn Herrn Boisserée und Bertram, Herrn Praelat von Schmid und Herrn Dr. Maßmann, wenn er noch bei Inen weilt, Exemplare auszuteilen. Gerne hätte ich pro Strena etwas Bedeutenderes geschikt; allein, one meine Schuld, kam mein Grav von Werdenberg nicht zu Stande. Daß in den älteren Zeiten und biß in das XIII. Iarhundert das teutsche Volk lateinische Kirchen- und Kriegs - Lieder sang, wusten wir aus den Geschichtschreibern: daß es aber auch lateinische weltliche Volks - Lieder gab, davon giebt uns ein Pergament Codex des X. Jarhunderts, vier Specimina in 4 zerschiedenen Tonarten, wovon wenigstens zwei unsern Schwabenlande angehören. Eins davon erhält dieselbe Erzälung, welche 400 Jare später im III. Bande des Liedersaales, No. CCXLII. vermutlich auch von einem schwäbischen Sänger ist bearbeitet worden. In dem lateinischen Liede ist Constanz als der Wonort des Kaufmanns angegeben. Mer hierüber finden Sie in Eberts Überlieferungen Bd. I. Heft. 1. pag. 80 sqq. Zur Geschichte des teutschen Gesanges, scheint mir dieser Beitrag wol beachtenswert zu sein. Für Herrn Dr. Maßmann, der nach einem Schreiben Prof. Schwabs noch in Stuttgartt sein soll, neme ich mir die Freiheit Inen ein Danksagungs Schreiben für die mir von Im zugedachte Gefälligkeit beizuschliessen. Gehaben Sie sich wol und fangen Sie das neue Iar unter guten Auspicien an, nach dem Horazischen: Musis amicus, tristitiam et metus Tradam protervis in mare creticum Portare ventis. Constanz am 22. December 1825. I. v. Laßberg. Pfeiffer. Laßberg u. Uhland.