Original Text Transcribed from the printed edition (OCR)

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Die Inlage mit fl. 22 stellte mir gestern abends Herr v. StringGND Icon zur Besorgung zu. Ich war wegen einem Sterbefalle drei Tage in ConstanzWIKIDATA Icon und bin erst vorgestern heimgekommen. In ConstanzWIKIDATA Icon traf ich endlich den I. Band der Monumenta histor. germaniae📖 an; mein exemplar soll ich nächsten Samstag früh vom Buchbinder erhalten. Die Bosheit, die fromme Bosheit hatte ausgesprengt WessenbergGND Icon sei in Folge einer lezten Krankheit ganz kindisch geworden; es geschahen sogar deshalb aus der Ferne anfragen an mich; ich brachte lezthin einen ganzen Abend bei ihm zu und fand in völlig unverändert. O Zelotypia! quo non mortalia cogis. Künftigen Donnerstag auf Mittag bekomme ich Gäste, da möchte mein Nichte EliseGND Icon als zeitliche Haus- und Küchen Regentin die Frau PfarrerinGND Icon freundlich bitten, Ir wo möglich eine oder zwei Schnüre trokene Morcheln, vulgo Morauchen zu verschaffen; auch wünschte sie etwa ein halb Viertel Reinetteäpfel und etwas Spalierbirnen zu erhalten; wir haben heuer gar kein Obst gemacht. Könnte man in BischofszellWIKIDATA Icon vielleicht einen schönen Fisch, oder ein par Rebhüner haben, so würde dem Gastmahl damit die Krone aufgesezt werden. Verzeihen Sie mein vererter Freund! diese gastronomica, sie sind manchmal vom Landleben gar nicht zu trennen; verfügen Sie vorkommenden Falls auch über meine Dienste.

Unter vielen Grüßen an die Irigen Ir aufrichtiger Diener und Freund

J. v. LaßbergGND Icon

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Ex mandato speziali soll ich obigen bitten auch die um so viel Endiviensalat beifügen, als ein halb Duzend Menschen über eine Mahlzeit zu verzehren pflegen, Ich meine, es sei fast lang, das Sie nicht in meine Klause gekommen sind.

Normalisierter Text

Eppishausen am 12. Beity (Dezember?) 1826. P: P: Die Anlage mit 22 Schillingen stellte mir gestern Abend Herr v. String zur Besorgung zu. Ich war wegen eines Sterbefalls drei Tage in Konstanz und bin erst vorgestern nach Hause gekommen. In Konstanz traf ich endlich den 1. Band der Monumenta histor. Germaniae an; mein Exemplar soll ich nächsten Samstag früh vom Buchbinder erhalten. Die Bosheit, die fromme Bosheit hatte ausgesprengt, Wessenberg sei infolge einer letzten Krankheit ganz kindisch geworden; es geschahen sogar deshalb aus der Ferne Anfragen an mich; ich brachte letztlich einen ganzen Abend bei ihm zu und fand ihn in völlig unverändert. O Eifersucht! Wozu zwingst du nicht alles Menschliche. Nächsten Donnerstag zu Mittag bekomme ich Gäste, da möchte meine Nichte Elise als zeitliche Haus- und Küchenregentin die Frau Pfarrerin freundlich bitten, ihr, wenn möglich, eine oder zwei Schnüre trockene Morcheln, vulgo Morauchen zu besorgen; auch wünschte sie etwa ein halbes Viertel Reinette-Äpfel und etwas Spalierbirnen zu erhalten; wir haben dieses Jahr gar kein Obst gemacht. Könnte man in Bischofszell vielleicht einen schönen Fisch oder ein paar Rebhühner haben, dann würde dem Gastmahl damit die Krone aufgesetzt werden. Verzeihen Sie, mein verehrter Freund! Diese gastronomica, sie sind manchmal vom Landleben gar nicht zu trennen; verfügen Sie, falls nötig, auch über meine Dienste. Unter vielen Grüßen an die Ihren Ihr aufrichtiger Diener und Freund I. v. Laßberg. Ex mandato speziale soll ich die oben genannte Bitte auch um so viel Endiviensalat erweitern, wie ein halbes Dutzend Menschen für eine Mahlzeit zu verzehren pflegen. Ich meine, es ist schon lange her, dass Sie in meine Klause gekommen sind.

Translation

Eppishausen, December 12, 1826. P: P: Yesterday evening, Mr. v. String entrusted me with an amount of 22 shillings for handling. I was in Constance for three days due to a death and only returned home the day before yesterday. In Constance, I finally received the first volume of the Monumenta histor. Germaniae; I am supposed to receive my copy from the bookbinder next Saturday morning. Malice, pious malice had spread that Wessenberg had become completely childish due to a recent illness; there were even inquiries about this from afar; I spent an entire evening with him recently and found him completely unchanged. Oh, jealousy! To what do you not compel humanity. Next Thursday at noon, I am having guests, and my niece Elise, acting as temporary house and kitchen regent, would kindly ask the pastor's wife to obtain, if possible, one or two strings of dried morels, also known as Morauchen, for her; she would also like to have about half a quarter of Reinette apples and some espalier pears; we made no fruit this year. If it would be possible to have a beautiful fish or a couple of partridges in Bischofszell, it would crown the feast. Forgive me, my esteemed friend, for these gastronomica, they are sometimes inseparable from country life; avail yourself of my services if necessary. With many greetings to yours, your sincere servant and friend I. v. Laßberg. By special mandate, I should extend the above request to include as much endive salad as half a dozen people would typically consume for a meal. It seems to me that it has been a long time since you have come to my hermitage.