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Hochwohlgeborner, verehrtester Herr!
Indem ich Ihnen den Canisius📖
sende, erlaube ich mir, einige Bemerkungen beizufügen, mit der Bitte, daß Sie
Ihre Bemerkungen über diese Bemerkungen machen möchten. Mir kömmt der monachus s. Galli de gestis Caroli M.📖 so fabelhaft nicht vor, als man hat
behaupten wollen. Allerdings sind manche unwahrscheinliche Begebenheiten
erzählt, die sich durch die Sage und das Kloster so
gestalten mochten; allein die Barschheit, mit welcher der König
hier zu handeln gewohnt ist, geben mir ein besseres Bild von seinem Charakter,
als z. B. das historische Gemälde von J. N. v. v.
S. F. II. P. III. In l. 1. § 35 (p. 70) kommt ein Liederdichter sehr übel weg.
Ich möchte fragen, ob der Gerardus
in der praef. 1. II (p. 71) derselbe sei wie 1. II. § 3. 1. II. § 11 ist der
Hosentausch und Anfangs-§ 13 der Krezer; § 20 der Thurgauer Riese. Es scheint
mir fast, daß Walafridus
Strabo T. II. P. I. (p. 233) im Epigramm de Einharto Magno📖 denselben Riesen
meine, nur verstehe ich die zwei letzten Verse nicht recht: Magnorum quis enim
maiora receperat unquam Quam radiare brevi nimium miramur homullo. Unter den
übrigen Gedichten des
Walafridus📖 fiel mir die „enumeratio abbatum Augiae“ auf (p. 206. f.) und
das epigramm ad Amicam p. 245. Letzteres wäre des Verfassers der
Klostergeschichte oder Sigwards
nicht unwürdig. Nur sind die drei letzten Verse nicht mehr recht gemüthlich.
Ueberhaupt möchte ich den Walafrid
ein wenig studieren; seine Dichtung gefällt mir besser als die des gelehrten Salomo III
. Ich rücke immer wie ein Krebs von hinten nach vorn, wie ich
auch gelesen habe, und so komme ich zu der Stelle, mit der ich hätte anfangen
sollen: T. I. p. 151. Der Graf Nibelungus
mochte wohl ein gelehrter Mann gewesen sein; wenigstens kannte
er die Begebenheiten der Burgunder und Hunnen. Da er die Collectio chronicorum
hat fortsetzen lassen, darf man ihm doch so viel Dichtersinn zuschreiben, daß er
die Sänger an seinem Hofe begünstigt habe. Ich wünsche sehr, den hier fehlenden
Theil der Collectio bei
Ruinart zu lesen. Da im Appenzeller
Monatsblatte📖 in der Abhandlung von den Bären auch Ihrer gemalten Scheibe Erwähnung geschieht, so lege ich dasselbe bei.
Wahrscheinlich ist Herr Zellweger
der Verfasser. Im Steinkopfischen Catalog ist wohl manches Werk, das mich freuen würde; aber
ich muß meine schwachen Kräfte einstweilen auf die historischen Werke
ausschließlich anwenden. Künftigen Sonntag Abend wird hier ein Feuerwerk
abgebrannt, das ungefähr 1% Stunden dauern und artige Sachen zur Schau bringen
soll; wenn Sie nicht selbst, so möchte doch Ihre Fräulein Nichte
Vergnügen daran finden; mein Häuschen steht als freundliche Herberge offen. Die
Reise nach Weinfelden
habe
ich auf künftige Woche verschoben, um das Vergnügen zu haben, mit Ihnen zu
reisen. Wenn es trocken wird, so können wir gar schön auf dem Wärtbühl
, wo der
Herr Pfr.
Bischof
selbst Gastwirth ist, den Mittag zubringen. Doch am Montag ist es
mir, am Donnerstag Ihnen nicht gelegen; ich schlage daher den Mittwoch oder
Freitag vor und komme am Abend vorher zu Ihnen, oder am Morgen in der Frühe. Meine Frau
läßt Ihnen noch herzlich für den schönen Fastnachtskuchen
danken,
Normalisierter Text
Hochwohlgeborener, verehrtester Herr! Indem ich Ihnen den Canisius sende, erlaube ich mir, einige Bemerkungen beizufügen, mit der Bitte, dass Sie Ihre Bemerkungen über diese Bemerkungen machen möchten. Mir kommt der monachus s. Galli de gestis Caroli M. so fabelhaft nicht vor, als man hat behaupten wollen. Allerdings sind manche unwahrscheinliche Begebenheiten erzählt, die sich durch die Sage und das Kloster so gestalten mochten; allein die Barschheit, mit welcher der König hier zu handeln gewohnt ist, geben mir ein besseres Bild von seinem Charakter, als zum Beispiel das historische Gemälde von J. N. v. v. S. F. II. P. III. In Band 1, § 35 (Seite 70) kommt ein Liederdichter sehr übel weg. Ich möchte fragen, ob der Gerardus in der Präfatio 1. II (Seite 71) derselbe sei wie 1. II. § 3. 1. II. § 11 ist der Hosentausch und Anfangs-§ 13 der Krezer; § 20 der Thurgauer Riese. Es scheint mir fast, dass Walafridus Strabo T. II. P. I. (Seite 233) im Epigramm de Einharto Magno denselben Riesen meint, nur verstehe ich die zwei letzten Verse nicht richtig: Magnorum quis enim maiora receperat unquam Quam radiare brevi nimium miramur homullo. Unter den übrigen Gedichten des Walafridus fiel mir die „enumeratio abbatum Augiae“ auf (Seite 206. ff.) und das Epigramm ad Amicam Seite 245. Letzteres wäre des Verfassers der Klostergeschichte oder Sigwards nicht unwürdig. Nur sind die drei letzten Verse nicht mehr richtig gemütlich. Überhaupt möchte ich den Walafrid ein wenig studieren; seine Dichtung gefällt mir besser als die des gelehrten Salomo III. Ich rücke immer wie ein Krebs von hinten nach vorne, wie ich auch gelesen habe, und so komme ich zu der Stelle, mit der ich hätte anfangen sollen: T. I. Seite 151. Der Graf Nibelungus mochte wohl ein gelehrter Mann gewesen sein; jedenfalls kannte er die Begebenheiten der Burgunder und Hunnen. Da er die Collectio chronicorum hat fortsetzen lassen, darf man ihm doch so viel Dichtersinn zuschreiben, dass er die Sänger an seinem Hofe begünstigt habe. Ich wünsche sehr, den hier fehlenden Teil der Collectio bei Ruinart zu lesen. Da im Appenzeller Monatsblatt in der Abhandlung von den Bären auch Ihrer gemalten Scheibe Erwähnung geschieht, so lege ich dasselbe bei. Wahrscheinlich ist Herr Zellweger der Verfasser. Im Steinkopfischen Katalog ist wohl manches Werk, das mich freuen würde; aber ich muss meine schwachen Kräfte erst einmal auf die historischen Werke ausschließlich anwenden. Am nächsten Sonntagabend wird hier ein Feuerwerk abgebrannt, das ungefähr 1,5 Stunden dauern und schöne Sachen zur Schau bringen soll; wenn Sie selbst nicht kommen, so könnte doch Ihre Fräulein Nichte Vergnügen daran finden; mein Häuschen steht als freundliche Herberge offen. Die Reise nach Weinfelden habe ich auf nächste Woche verschoben, um das Vergnügen zu haben, mit Ihnen zu reisen. Wenn es trocken wird, so können wir sehr schön auf dem Wärtbühl, wo der Herr Pfarrer Bischof selbst Gastwirt ist, den Mittag verbringen. Doch am Montag ist es mir, am Donnerstag Ihnen nicht gelegen; ich schlage daher den Mittwoch oder Freitag vor und komme am Abend vorher zu Ihnen, oder am Morgen in der Frühe. Meine Frau lässt Ihnen noch herzlich für den schönen Fastnachtskuchen danken. Mit ausgezeichneter Hochachtung und Ergebenheit Ihr Diakon Pupikofer. Bischofzell, den 1. März 1827.
Translation
Highly Born and Most Esteemed Sir, As I send you the Canisius, I take the liberty of attaching a few remarks, with the request that you might make your observations on these remarks. The monachus s. Galli de gestis Caroli M. does not seem as mythical to me as some have claimed. Although some improbable events are narrated that could have been shaped by legend and the monastery, the brusqueness with which the king is accustomed to act here gives me a better impression of his character than, for example, the historical painting of J. N. v. v. S. F. II. P. III. In volume 1, § 35 (page 70), a songwriter is treated very poorly. I wonder if the Gerardus in the Prefatio 1. II (page 71) is the same as 1. II. § 3. In 1. II. § 11, there is the trouser swap and at the beginning of § 13, the Krezer; § 20 is about the Thurgau giant. It almost seems to me that Walafridus Strabo in T. II. P. I. (page 233) in the epigram de Einharto Magno is referring to the same giant, but I do not quite understand the last two verses: Magnorum quis enim maiora receperat unquam Quam radiare brevi nimium miramur homullo. Among the other poems of Walafridus, the "enumeratio abbatum Augiae" caught my attention (page 206 ff.) and the epigram ad Amicam on page 245. The latter would be worthy of the author of the monastery history or Sigwards. Only the last three verses are not quite right in sentiment. In general, I would like to study Walafrid a little; I prefer his poetry to that of the learned Salomo III. I always move like a crab from back to front, as I have also read, and so I come to the place where I should have started: T. I. page 151. Count Nibelungus must have been a learned man; at least he knew the events of the Burgundians and Huns. Since he had the Collectio chronicorum continued, one can ascribe so much poetic sense to him that he favored the singers at his court. I am very keen to read the missing part of the Collectio in Ruinart. Since in the Appenzell Monthly Sheet, in the essay about the bears, mention is made of your painted pane, I am enclosing it. Probably Mr. Zellweger is the author. In the Steinkopf catalogue, there are many works that would please me; but I must first apply my weak forces exclusively to historical works. Next Sunday evening, a fireworks display will be set off here, which is supposed to last about 1.5 hours and show beautiful things; if you do not come yourself, your Miss Niece might enjoy it; my little house stands open as a friendly inn. I have postponed the trip to Weinfelden until next week to have the pleasure of traveling with you. If it gets dry, we can spend the afternoon very nicely on the Wärtbühl, where the pastor Bischof himself is the innkeeper. But Monday is inconvenient for me, Thursday for you; I therefore suggest Wednesday or Friday and will come to you the evening before or early in the morning. My wife also sends her warm thanks for the beautiful carnival cake. With distinguished respect and devotion, Your Diakon Pupikofer. Bischofszell, March 1, 1827.