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Hochwohlgeborner Herr und Gönner! Wenn ein Wunsch post festum erlaubt ist, so wünsche ich von Herzen, daß Ihr gestriges Namensfest unter recht günstigen auspiciis begonnen und Ihnen recht gute omina mitgebracht habe. Daß ich diesen Wunsch nicht persönlich Ihnen überbracht habe, werden Sie damit entschuldigen, daß ich in den gesellschaftlichen Formen nicht sehr eingeübt bin und überdieß gestern meine besten Wünsche nicht hätte aussprechen können, da der Samstag und der Sonntag mich ganz heiser machten. Aber meine Nachlässigkeit, betreffend den Auftrag, Ihnen Siegellak zu besorgen, bitte ich sehr zu verzeihen. Als ich vorgestern den Bücherpack mit des Heß. monumentis📖 öffnete, ersah ich erst Ihr Billet, in welchem Sie mir den Auftrag gaben. Gutes Siegellack in BischofzellWIKIDATA Icon zu erhalten, ist nun freilich in diesen Zeiten schwer; seit der Kaufmann OttGND Icon sich aus dem Staube gemacht hat, bekam ich kein gutes Siegellack mehr von den hiesigen Kleinhändlern. In fugam vacui sende ich Ihnen hier eine Portion von meinem kleinen Vorrathe. Leider ist auch dies nur mittelmäßig. Befehlen Sie aber, so will ich Ihnen recht gutes von Herrn KnöpfelGND Icon in St. GallenWIKIDATA Icon kommen lassen; bestimmen Sie aber auch die Farbe. Ihre Fragen, die Buchdruckerpresse betreffend, habe ich an den Besitzer abgegeben, derselbe antwortet mir heute, wie Beilage zeigt. Dr. BüschingGND Icon hat nach den Buchhändler Anzeigen den „Armen Heinrich📖", wahrscheinlich verneudeutscht herausgegeben. Sonst weiß ich gar nichts neues. Der heilige Eppo ist überhaupt ein besserer Neuigkeits- und Alterthumsforscher als unser episcopus anonymus und seine Chorherren. Doch ja, noch das, daß Dr. SchläpferGND Icon von TrogenWIKIDATA Icon den Bären-Aufsatz📖 verfaßt hat. Ich erwarte nun täglich, daß der heilige AmbrosiusGND Icon mir stummen Fisch zu predigen kommen wird, damit ich wieder singen könne; so lange das nicht geschieht, werde ich auch EppishausenWIKIDATA Icon meiden. Genehmigen Sie unterdessen die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung, womit ich zu sein die Ehre habe Ihr ergebenster Diac. Pupikofer. Bischofzell, den 20. Mart. 1827.

Normalisierter Text

Hochwohlgeborener Herr und Gönner! Wenn ein Wunsch post festum erlaubt ist, so wünsche ich von Herzen, dass Ihr gestriges Namensfest unter recht günstigen Auspiciis begonnen und Ihnen recht gute Omina mitgebracht hat. Dass ich diesen Wunsch nicht persönlich Ihnen überbracht habe, werden Sie damit entschuldigen, dass ich in den gesellschaftlichen Formen nicht sehr eingeübt bin und darüber hinaus gestern meine besten Wünsche nicht hätte aussprechen können, da der Samstag und der Sonntag mich ganz heiser machten. Aber meine Nachlässigkeit, betreffend den Auftrag, Ihnen Siegellack zu besorgen, bitte ich sehr zu verzeihen. Als ich vorgestern den Bücherpack mit des Hessischen Monumentis öffnete, ersah ich erst Ihr Billet, in welchem Sie mir den Auftrag gaben. Gutes Siegellack in Bischofzell zu erhalten, ist nun freilich in diesen Zeiten schwer; seit der Kaufmann Ott sich aus dem Staube gemacht hat, bekam ich kein gutes Siegellack mehr von den hiesigen Kleinhändlern. In fugam (Eile) sende ich Ihnen hier eine Portion von meinem kleinen Vorrat. Leider ist auch dies nur mittelmäßig. Befehlen Sie aber, so will ich Ihnen recht Gutes von Herrn Knöpfel in St. Gallen kommen lassen; bestimmen Sie aber auch die Farbe. Ihre Fragen, die Buchdruckerpresse betreffend, habe ich an den Besitzer abgegeben, derselbe antwortet mir heute, wie Beilage zeigt. Dr. Büsching hat nach den Buchhändleranzeigen den "Armen Heinrich", wahrscheinlich verneudeutscht herausgegeben. Sonst weiß ich gar nichts Neues. Der heilige Eppo ist überhaupt ein besserer Neuigkeits- und Altertumsforscher als unser episcopus anonymus und seine Chorherren. Doch ja, noch das, dass Dr. Schläpfer von Trogen den Bären-Aufsatz verfasst hat. Ich erwarte nun täglich, dass der heilige Ambrosius mir stummen Fisch zu predigen kommen wird, damit ich wieder singen könnte; so lange das nicht geschieht, werde ich auch Eppishausen meiden. Genehmigen Sie unterdessen die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung, womit ich zu sein die Ehre habe Ihr ergebenster Diac. Pupikofer. Bischofzell, den 20. März 1827.