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Hochwohlgeberner Herr und Gönner! Familien-Angelegenheiten rufen mich auf einige
Tage in die Nähe der Sängerburg Wengi, und ich
werde daher diese Woche Ihren Musentempel nicht besuchen können. Um mich
gleichwohl bei Ihnen im Andenken zu erhalten, sende ich Ihnen beiliegend die
frommen Lieder des Hofmeisters Fritz von
Anwyl
, die ich durch meinen
Bruder
von Herrn Antistes
Falkeisen
in Basel
erhielt,
und als Beitrag zum Comentar über Ihre gemalte
Scheibe auch Ihnen mitzutheilen mir das Vergnügen mache. Wenn ich wieder zu
Ihnen komme, will ich mir auch die Frau Hofmeisterin ein wenig fixiren; denn aus
dem Lied auf die
Königin von Ungarn📖 scheint sich ein großer Respekt für die Frauenzimmer zu
verrathen, und diesen hat dem guten Manne wahrscheinlich die Frau Hofmeisterin
eingeflößt. Hottinger
erwähnt in der Fortsetzung
der Müllerschen Schweizergeschichte des Hofmeisters p. 437 und 484. Note
66. Es scheint so ziemlich entschieden, daß diese Lieder nach des Verfassers
Entscheidung für die Reformation gedichtet wurden. Herr Rudolf
ritter
vnd Etzzel
gebrüder von Ende frie herren verkaufen hainrichen vnd hugen
den häven gebrüdern burgern ze Costenz
das
gericht zu güttingen
um 180
Pfund Pfen. und verpflichtet sich die Einwilligung ihres Bruders Wilhelm
zu diesem Kaufe auszuwirken. 1331. Samst. nach Valentin. Daß nun
dieser Kauf geschehen, von Wilhelm
von Ende dazu eingewilligt, und von der Mutter der genannten drei Verkäufer, Adelheit von Ennd
, durch ihren Vogt Graf Eberh.
von Nellenburg
den Jungen, ihren Ohm, auf Güttingen
verzichtet worden sei, bezeugt Bischof
Nicolaus
1338. Samst. nach Valentin. Unter dem Schemel des bischöflichen
Stuhls sind rechts das bischöfliche, links das Kenzingische
, Hofmeistersche
oder Wisendangische
Wappen: (Schild mit Kreuz) (Schild mit zwei Hörnern) Diese
Wappen sind auf dem Siegel noch etwas kleiner, als ich sie hier gezeichnet habe;
aber deutlich genug erkannte ich, daß die beiden Hörner unten nicht vereinigt
sind; auch stehen sie ganz so gerade auf. In dem Loche auf dem Rücken des
Siegels ist das Zeichen: (Ein querligender aufwärtsgerichteter Flügel, darunter
ein L) Jene Adelheit
war die letzte des Stammes von Güttingen
. Sie
führt in einer andern Urkunde einen gerade getheilten Schild, rechts den
Endischen Löwen halb, links die halbe Güttingische Rose. Wilhelm von
Ennd
war ihr Gemahl. Auffallend ist, daß die Schreibart End, Ennd, Enne und
Enn in den Urkunden so vermischt gebraucht wird. Die Siegel haben Enn. Ist aber
der Ennsche Löwe nicht etwa der adoptirte Klingensche
? Sie erheuratheten Altenklingen
wie
Güttingen
, und scheinen doch immer voll Schulden gewesen zu sein. Den Lyrer📖 habe ich mit Vergnügen gelesen, und ich stimme ganz zu den
Ansichten Wegelins
. Das Stadtbuch der Stadt Hervord
scheint mir wirklich interessant. Allein ich habe jetzt nicht Muße
genug, die Sprache zu entziffern. Für beide Mittheilungen danke ich Ihnen sehr.
Ihren Rheumatismus soll der Guguck holen, damit ich Sie beim brausenden Sauser
bald recht fröhlich wieder sehe und Ihr Arm den vollen Humpen heben möge. Ihr
Diac. Pupikofer
. Bischofzell
den
17. Oct. 27.
Normalisierter Text
Hochwohlgebener Herr und Gönner! Familienangelegenheiten rufen mich für einige Tage in die Nähe der Sängerburg Wengi, und ich werde daher diese Woche Ihren Musentempel nicht besuchen können. Um mich dennoch bei Ihnen im Andenken zu erhalten, sende ich Ihnen beiliegend die frommen Lieder des Hofmeisters Fritz von Anwyl, die ich durch meinen Bruder von Herrn Antistes Falkeisen in Basel erhalten habe, und als Beitrag zum Kommentar über Ihre gemalte Scheibe auch Ihnen mitteilen möchte. Wenn ich wieder zu Ihnen komme, werde ich auch die Frau Hofmeisterin ein wenig fixieren; denn aus dem Lied auf die Königin von Ungarn scheint sich ein großer Respekt für die Frauenzimmer zu verraten, und diesen hat der guten Mann wahrscheinlich der Frau Hofmeisterin zu verdanken. Hottinger erwähnt in der Fortsetzung der Müllerschen Schweizer Geschichte des Hofmeisters S. 437 und 484. Notiz 66. Es scheint ziemlich entschieden, dass diese Lieder nach des Verfassers Überzeugung für die Reformation gedichtet wurden. Herr Rudolf und Etzzel Geschwister von Ende verkaufen Heinrich und Hugen den Häven Brüdern, Bürgern von Konstanz, das Gericht zu Güttingen für 180 Pfund Pfennige und verpflichten sich, die Zustimmung ihres Bruders Wilhelm zu diesem Kauf zu erwirken. 1331, Samstag nach Valentin. Dass nun dieser Kauf geschehen ist, von Wilhelm von Ende dazu eingewilligt wurde und von der Mutter der genannten drei Verkäufer, Adelheit von Ennd, durch ihren Vogt Graf Eberh. von Nellenburg den Jungen, ihren Onkel, auf Güttingen verzichtet wurde, bezeugt Bischof Nicolaus 1338, Samstag nach Valentin. Unter dem bischöflichen Stuhl sind rechts das bischöfliche, links das Kenzingische, Hofmeistersche oder Wisendangische Wappen: (Schild mit Kreuz) (Schild mit zwei Hörnern) Diese Wappen sind auf dem Siegel etwas kleiner als ich sie hier gezeichnet habe; aber deutlich genug erkannte ich, dass die beiden Hörner unten nicht vereinigt sind; auch stehen sie ganz gerade auf. In dem Loch auf dem Rücken des Siegels ist das Zeichen: (Ein diagonal gelegener, nach oben gerichteter Flügel, darunter ein L) Jene Adelheit war die letzte des Stammes von Güttingen. Sie führt in einer anderen Urkunde einen gerade geteilten Schild, rechts den Endischen Löwen halb, links die halbe Güttingische Rose. Wilhelm von Ennd war ihr Gemahl. Auffällig ist, dass die Schreibweise End, Ennd, Enne und Enn in den Urkunden so vermischt verwendet wird. Die Siegel haben Enn. Ist der Ennsche Löwe etwa der adoptierte Klingensche? Sie heirateten Altenklingen wie Güttingen und scheinen doch immer voller Schulden gewesen zu sein. Den Lyrer habe ich mit Vergnügen gelesen, und ich stimme vollkommen mit Wegelins Ansichten überein. Das Stadtbuch der Stadt Hervord scheint mir wirklich interessant. Aber ich habe momentan nicht genug Zeit, die Sprache zu entziffern. Für beide Mitteilungen danke ich Ihnen herzlich. Ihren Rheumatismus kann der Kuckuck holen, damit ich Sie beim brausenden Sauser bald recht fröhlich wiedersehe und Ihr Arm den vollen Humpen heben kann. Ihr Diakon Pupikofer. Bischofszell, den 17. Oktober 1827.