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Hochwohlgeborner Herr und Gönner!
Ihre gütige Erinnerung machte mir letzten Dienstag viele Freude. Ihr Billet war mir
ein Beweis, daß Sie meiner wirklich nicht vergessen haben, wenn es mir auch manchmal
vorkömmt, die ganze Welt habe mich vergessen, seit ich das Haus hüten muß. Mein Befinden
ist eigentlich so schlimm nicht; häufig wiederkehrende Rheumatismen im Kopf, besonders
in den Backen machen mir zwar oft Schmerzen; daneben kann ich aber doch so passabel
mit den Büchern Verkehr treiben. Nur die Kirche sagt mir gar nicht gut zu. Von Hormayrs Archiv habe ich nun noch den ersten Band durchgegangen und das meiste gelesen. Ich
setze voraus, daß Sie mir die folgenden Bände noch einige Wochen zu behalten erlauben.
Gefällt Ihnen die Carte des Kantons Zürich
, so will ich Sie gerne an Sie abtreten. In der Hoffnung, daß ich Sie bald entweder
hier oder in Eppishausen
sehe, traue ich darauf, daß die Zeit Flügel hat, und wie sie das gute ausarten läßt,
auch das Böse hebt oder mildert.
Mit unveränderlicher Hochachtung und Liebe Ihr Diac. Pupikofer
.
Bischofzell
den 7. Febr. 1828.
Normalisierter Text
Hochwohlgeborener Herr und Gönner!
Ihre gütige Erinnerung machte mir letzten Dienstag viel Freude. Ihr Billet war mir
ein Beweis, dass Sie meiner wirklich nicht vergessen haben, wenn es mir auch manchmal
vorkommt, die ganze Welt habe mich vergessen, seit ich das Haus hüten muss. Mein Befinden
ist eigentlich nicht so schlimm; häufig wiederkehrende Rheumatismen im Kopf, besonders
in den Backen, machen mir zwar oft Schmerzen; daneben kann ich aber doch so passabel
mit den Büchern Verkehr treiben. Nur die Kirche sagt mir gar nicht gut zu. Von Hormayrs Archiv habe ich nun noch den ersten Band durchgegangen und das meiste gelesen. Ich
setze voraus, dass Sie mir die folgenden Bände noch einige Wochen zu behalten erlauben.
Gefällt Ihnen die Karte des Kantons Zürich
, so will ich sie gerne an Sie abtreten. In der Hoffnung, dass ich Sie bald entweder
hier oder in Eppishausen
sehe, traue ich darauf, dass die Zeit Flügel hat, und wie sie das Gute ausarten lässt,
auch das Böse hebt oder mildert.
Mit unveränderlicher Hochachtung und Liebe Ihr Diakon Pupikofer
.
Bischofzell
den 7. Februar 1828.