Original Text Transcribed from the manuscript (Transkribus)

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erhalten den 29 Septl. 1828.
Karthause bey ThunWIKIDATA Icon d. 21. 7. 1828
Hochwohlgeborne Freyherr.
Verehrtester Freund
Er freute mich sehr mein lieber Baron, Ihre glückliche Nachhause
"kunft in Ihre mit so vielen alterthümlichen Schätzen angefüllte
Wohnung zu vernehmen, und hoffe daß Sie durch Luftveränderung
und Reise gestärkt, Sie sich nun wieder frohen Muther mit Ihren
lieben Münnsängern beschäftigen können, der Besuch einer
Männer der wie Sie mit Kopf und Hertz große Wißenschaft
in einem Sache verbindet, welcher für mich so vielen Reitz
hat, war mir äußerst angenehm, und ich verdanke Ihnen
herzlich die intereſsanten Stunden die ich mit Ihnen
in den Verschlechten von WeissenburgWIKIDATA Icon und an den
lachenden Zustaden unserer Saar verlebt habe
Wie ich nach Ihrer Abreise mich noch einige Tage in WeissenburgWIKIDATA Icon
aufhielt, so fühlte ich mich schon unwohl, und seither habe ich
beim gute Folgen meiner Brunnenbur verspührt. Ich bin immer
sehr geplagt mit immer wiederkehrenden Knampfen und war
mich vorzüglich beelendet, ist daß ich gäntzlich oft mehrere
tage müßig zubringen muß, indem so bald ich habe ich
er versuche, eine Vierthel Stunde lang zu schreiben, ein fürchterliche
Schweid
Schweis mit Schwindel verbunden, mich wiedrum zum Nichtsthum
nöthigt. Da dieser vorzüglich nervös zu sein scheint, so hoffe ich
daß izt da die entsetzlich elebtrische Luft durch viele Gewitter
gereinigt ist, diese Uebel nach und nach verschwinden oder
wenigsteme sich erleichtern werden.
Sonst haben neben der Militærschule in thun, ein Zusammenzug
von Cantonal Truppen zu einer Eydgenössischen Institution,
und ein Heer von Reisenden unsre Gegenden sehr lebhaft,
bißweilen sogar etwas stürmisch gemacht. Vor einigen Tagen hatte
mann kleine Karthause die Ehre die schöne Großfürstin haben
einige Stunden lang in ihren Mauren zu sehen. Ich vermuthe
daß die Nachrichten die Sie denselben Tag con Odesta erhielt, nicht
sehr erfreulichen Inhalte gewesen sind. Sie werden gewiß den Quel¬
Bentendorf der vorhin in Stutzard war persönlich bekannt haben
ich habe ihn sehr gut gekannt und bedaure seinen Tod. Mein
Stoffe schreibt mir von Wien, "quil etoit mort de maladie & de
miſére ſur la Route de Seſium la a Siliſtrii. Fürchterlicſarar-
Aber die Erthöpfung von Butgarien soll mann sich nicht denken
v
bonen.
Vor einigen Tagen sah ich sie einen Reisenden der mir sagte
er habe zu WaßerburgWIKIDATA Icon bey LindauWIKIDATA Icon, bey einem alten Pfarrer
einen uralten Codex alt deutscher dichter (HSP) gesehn. Ist Ihnen dieser
bekannt?
Sie sagten mir, lieber Baron, Sie glaubten der Münſänger com
Ober sich aus dem Hause Westerstuhl gewesen. Beym Durchblattern
einige - Excripten fand ich im Jahrzeitbuch zu WinterthurWIKIDATA Icon einen
Joh. v. Wissersputzl. Nielen. Caff. d. Wesp. et An̄a filia, und einen
Red. de Weſp. Sacerdos & Rector Ecclesie de Buiz
Nach einer Jahrzeitstiftung Rudolf Schultheißen unter dem
Schopf zu WinterthurWIKIDATA Icon, von 1368. stiftete derselbe Seelmessen
für seine Eltern Stud. u. Margareth, für Joh. von Wasterspühl Ritter
und Rud. deßen Sohn Kilchfl. zu Buch. Diese scheinen Margareth
Peter und Bruder gewesen zu seyn, und bestimmen als ihr das zu
in die ersten Dezemberin der 14t Jahrhunderts. Er wird Ihnen bekannt
sein, daß Fäsi in seiner Schweizer Geographie die Erbtochter der letzten
Herrn u. Mitteur von Wasperspühl einen Biberli von Zürich heirathen
läßt, der durch sie Herr zu Wasserstuhl geworden sein sole.
die Geneat der Rambache, die ich Ihnen versprach, finden Sie
beykommend, wohl Sie aber glauben, daß die Marffelben von
Rapperschwyl von ihrem Hause waren, ist mir nicht bekannt geworden
Ich finde 2. Wappen u Rambach und 2. der Marschalte die einander
alle ungleich sind. Der Wappen der Munsangier ist mir nicht
debant
Sie werden mein verehrtester Freund nur sonst Münchs Programm
über die Geschichte den Fürsten von Fürstenberg gesehen haben, daß sein
Bezeichnung als Professor zu Köwen in den Schweizerburgen ein
drükfehler ist. Es ist zu Lüttich angestellt, von woher ich lezthin einen
Brief von ihm erhalten haben. Es war vorhaben meine unbedeutend
Bebengeschichte für die Zeitgenoßen zu bearbeiten, ich habe mir aber
diese Walpierung höflichst verboten.
Ist etwa Poppihhofer geschichte der Thurgaur noch nicht im Buchsender
ich habe gleich nach Ihrer Abreise dem Buchsändler Immer den
auftrag gegeben mir dieser Werk kommen zu laßen, er aber noch
nicht erhalten.
1

Ist er keine Indisbration der Werle über Schwaben, welcher ich
bey Ihnen sah, und welches ich mir von Ihrer Gefälligkeit zum
excerpieren ausgebeten hatte, nun aber geschenk anzunehmen
so werde ich er alle ein Plazbarck Andenken Ihrer Freundschaft
ansehen, und Ihnen dafür vielen Dank wissen. Am schicklichsten
könnte der Ristchen durch einen Frachtwagen an meine Adresse
nach Bern übermacht werden.
haben Sie einige Nachrichten aus Italien von unserem Wissenberg
und wissen Sie nicht ob er seine Rükreise über Bien zu nehmen
gedankt?
Leben Sie recht wohl lieber Laßberg in Ihrer schönen Einkombut
gedenken Sie meine mit dem Wohlwollen, das meine aufrichtige
freundschaft und Hochachtung gegen Sie verdient
Ihr ganz ergebener
dieni und denn
Mülinen

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erhalten den 29 Septl. 1828. Karthause bey ThunWIKIDATA Icon d. 21. 7. 1828 Hochwohlgeborne Freyherr. Verehrtester Freund Er freute mich sehr mein lieber Baron, Ihre glückliche Nachhause "kunft in Ihre mit so vielen alterthümlichen Schätzen angefüllte Wohnung zu vernehmen, und hoffe daß Sie durch Luftveränderung und Reise gestärkt, Sie sich nun wieder frohen Muther mit Ihren lieben Münnsängern beschäftigen können, der Besuch einer Männer der wie Sie mit Kopf und Hertz große Wißenschaft in einem Sache verbindet, welcher für mich so vielen Reitz hat, war mir äußerst angenehm, und ich verdanke Ihnen herzlich die intereſsanten Stunden die ich mit Ihnen in den Verschlechten von WeissenburgWIKIDATA Icon und an den lachenden Zustaden unserer Saar verlebt habe Wie ich nach Ihrer Abreise mich noch einige Tage in WeissenburgWIKIDATA Icon aufhielt, so fühlte ich mich schon unwohl, und seither habe ich beim gute Folgen meiner Brunnenbur verspührt. Ich bin immer sehr geplagt mit immer wiederkehrenden Knampfen und war mich vorzüglich beelendet, ist daß ich gäntzlich oft mehrere tage müßig zubringen muß, indem so bald ich habe ich er versuche, eine Vierthel Stunde lang zu schreiben, ein fürchterliche Schweid Schweis mit Schwindel verbunden, mich wiedrum zum Nichtsthum nöthigt. Da dieser vorzüglich nervös zu sein scheint, so hoffe ich daß izt da die entsetzlich elebtrische Luft durch viele Gewitter gereinigt ist, diese Uebel nach und nach verschwinden oder wenigsteme sich erleichtern werden. Sonst haben neben der Militærschule in thun, ein Zusammenzug von Cantonal Truppen zu einer Eydgenössischen Institution, und ein Heer von Reisenden unsre Gegenden sehr lebhaft, bißweilen sogar etwas stürmisch gemacht. Vor einigen Tagen hatte mann kleine Karthause die Ehre die schöne Großfürstin haben einige Stunden lang in ihren Mauren zu sehen. Ich vermuthe daß die Nachrichten die Sie denselben Tag con Odesta erhielt, nicht sehr erfreulichen Inhalte gewesen sind. Sie werden gewiß den Quel¬ Bentendorf der vorhin in Stutzard war persönlich bekannt haben ich habe ihn sehr gut gekannt und bedaure seinen Tod. Mein Stoffe schreibt mir von Wien, "quil etoit mort de maladie & de miſére ſur la Route de Seſium la a Siliſtrii. Fürchterlicſarar- Aber die Erthöpfung von Butgarien soll mann sich nicht denken v bonen. Vor einigen Tagen sah ich sie einen Reisenden der mir sagte er habe zu WaßerburgWIKIDATA Icon bey LindauWIKIDATA Icon, bey einem alten Pfarrer einen uralten Codex alt deutscher dichter (HSP) gesehn. Ist Ihnen dieser bekannt? Sie sagten mir, lieber Baron, Sie glaubten der Münſänger com Ober sich aus dem Hause Westerstuhl gewesen. Beym Durchblattern einige - Excripten fand ich im Jahrzeitbuch zu WinterthurWIKIDATA Icon einen Joh. v. Wissersputzl. Nielen. Caff. d. Wesp. et An̄a filia, und einen Red. de Weſp. Sacerdos & Rector Ecclesie de Buiz Nach einer Jahrzeitstiftung Rudolf Schultheißen unter dem Schopf zu WinterthurWIKIDATA Icon, von 1368. stiftete derselbe Seelmessen für seine Eltern Stud. u. Margareth, für Joh. von Wasterspühl Ritter und Rud. deßen Sohn Kilchfl. zu Buch. Diese scheinen Margareth Peter und Bruder gewesen zu seyn, und bestimmen als ihr das zu in die ersten Dezemberin der 14t Jahrhunderts. Er wird Ihnen bekannt sein, daß Fäsi in seiner Schweizer Geographie die Erbtochter der letzten Herrn u. Mitteur von Wasperspühl einen Biberli von Zürich heirathen läßt, der durch sie Herr zu Wasserstuhl geworden sein sole. die Geneat der Rambache, die ich Ihnen versprach, finden Sie beykommend, wohl Sie aber glauben, daß die Marffelben von Rapperschwyl von ihrem Hause waren, ist mir nicht bekannt geworden Ich finde 2. Wappen u Rambach und 2. der Marschalte die einander alle ungleich sind. Der Wappen der Munsangier ist mir nicht debant Sie werden mein verehrtester Freund nur sonst Münchs Programm über die Geschichte den Fürsten von Fürstenberg gesehen haben, daß sein Bezeichnung als Professor zu Köwen in den Schweizerburgen ein drükfehler ist. Es ist zu Lüttich angestellt, von woher ich lezthin einen Brief von ihm erhalten haben. Es war vorhaben meine unbedeutend Bebengeschichte für die Zeitgenoßen zu bearbeiten, ich habe mir aber diese Walpierung höflichst verboten. Ist etwa Poppihhofer geschichte der Thurgaur noch nicht im Buchsender ich habe gleich nach Ihrer Abreise dem Buchsändler Immer den auftrag gegeben mir dieser Werk kommen zu laßen, er aber noch nicht erhalten.
1
Ist er keine Indisbration der Werle über Schwaben, welcher ich bey Ihnen sah, und welches ich mir von Ihrer Gefälligkeit zum excerpieren ausgebeten hatte, nun aber geschenk anzunehmen so werde ich er alle ein Plazbarck Andenken Ihrer Freundschaft ansehen, und Ihnen dafür vielen Dank wissen. Am schicklichsten könnte der Ristchen durch einen Frachtwagen an meine Adresse nach Bern übermacht werden. haben Sie einige Nachrichten aus Italien von unserem Wissenberg und wissen Sie nicht ob er seine Rükreise über Bien zu nehmen gedankt? Leben Sie recht wohl lieber Laßberg in Ihrer schönen Einkombut gedenken Sie meine mit dem Wohlwollen, das meine aufrichtige freundschaft und Hochachtung gegen Sie verdient Ihr ganz ergebener dieni und denn Mülinen