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Mein hochverehrter Herr und Gönner!
Schon seit acht Tagen wartet die mitkommende Lieferung des Morgenblattes auf Gelegenheit
nach Eppishausen befördert zu werden; ich hatte mit Herrn Oberamtmann verabredet, Ihnen einen gemeinschaftlichen
Besuch zu machen. Aber wie es geht, wenn man mit großen Herren sich einläßt, der Geschäfte,
Hindernisse, Aufschiebe sind Tausende, und vor lauter Arbeit kommt man zu keiner Ausführung.
Wie wir nun endlich Zeit hatten, das Vorhaben zu vollbringen, schüttet der Himmel
so viel Schnee herunter, daß wir, wenn es noch länger so fortgeht, fürchten müssen,
im eigentlichen Sinne begraben zu werden. Mein langsamer Copist hat mir endlich zwei
Offnungen, von Erchingen
und von Wellhausen
geliefert; zwei andere habe ich ihm wieder aufgetragen, nämlich diejenige von Büren
und von dem Berggerichte. Sie mögen übrigens Herrn Grimm
bemerken, daß alle St. Gallischen Offnungen, d. h. die der Alten Landschaft und der
Thurgauisch St. Gallischen Gerichte Romanshorn
, Keßwyl
, Zihlschlacht
, Blidegg
, Roggwyl
, Hagenwyl
, Buhwyl
, Wuppenau
u. s. w. ganz übereinstimmend sind, und unter den Äbten Ulrich
und Gebhard
angenommen wurden. Ältere Offnungen könnten freilich noch in St. Gallen
liegen; doch zweifle ich, daß ihrer viele seien. Die Grimm
schen Alterthümer werden Sie wieder im Besitze haben. Verzeihen Sie, daß ich dieselben
so lange behielt. Ich hatte einige Notizen dazu gemacht, die ich Ihnen gerne mitgetheilt
hätte; aber ich weiß gar nicht, wie es gekommen ist, daß mir das Papier, worauf sie
geschrieben waren, verloren ging. Ungenügend war mir besonders die Abhandlung über
die Competenz der einander untergeordneten Gerichte, der Meyer, der Vögte, der Centrichter,
der Landrichter u. s. w.
In der Hoffnung, Sie bald wieder zu sehen, bin ich Ihr Ergebenster Diak. Pupikofer.
Bischofzell
, den 10. Febr. 1829.
Normalisierter Text
Mein hochverehrter Herr und Gönner!
Schon seit acht Tagen wartet die mitkommende Lieferung des Morgenblattes auf Gelegenheit
nach Eppishausen befördert zu werden; ich hatte mit Herrn Oberamtmann verabredet, Ihnen einen gemeinschaftlichen
Besuch zu machen. Aber wie es geht, wenn man mit großen Herren sich einlässt, der
Geschäfte, Hindernisse, Aufschiebe sind Tausende, und vor lauter Arbeit kommt man
zu keiner Ausführung. Wie wir nun endlich Zeit hatten, das Vorhaben zu vollbringen,
schüttet der Himmel so viel Schnee herunter, dass wir, wenn es noch länger so fortgeht,
fürchten müssen, im eigentlichen Sinne begraben zu werden. Mein langsamer Copist hat
mir endlich zwei Öffnungen, von Erchingen
und von Wellhausen
geliefert; zwei andere habe ich ihm wieder aufgetragen, nämlich diejenige von Büren
und von dem Berggerichte. Sie mögen übrigens Herrn Grimm
bemerken, dass alle St. Gallischen Öffnungen, d.h. die der Alten Landschaft und der
Thurgauisch St. Gallischen Gerichte Romanshorn
, Keßwyl
, Zihlschlacht
, Blidegg
, Roggwyl
, Hagenwyl
, Buhwyl
, Wuppenau
u. s. w. ganz übereinstimmend sind, und unter den Äbten Ulrich
und Gebhard
angenommen wurden. Ältere Öffnungen könnten freilich noch in St. Gallen
liegen; doch zweifle ich, dass ihrer viele seien. Die Grimm
schen Alterthümer werden Sie wieder im Besitz haben. Verzeihen Sie, dass ich dieselben
so lange behielt. Ich hatte einige Notizen dazu gemacht, die ich Ihnen gerne mitgeteilt
hätte; aber ich weiß gar nicht, wie es gekommen ist, dass mir das Papier, worauf sie
geschrieben waren, verloren ging. Ungenügend war mir besonders die Abhandlung über
die Kompetenz der einander untergeordneten Gerichte, der Meyer, der Vögte, der Centrichter,
der Landrichter u. s. w.
In der Hoffnung, Sie bald wieder zu sehen, bin ich Ihr Ergebenster Diak. Pupikofer.
Bischofzell
, den 10. Februar 1829.