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Mein verehrtester Herr und Gönner!
Daß Sie letzten Montag nicht bei Hause waren, war wirklich ein fataler Umstand. Wir
fanden uns in der trohen Hoffnung in Eppishausen ein, unsere gute Laune recht laut äußern zu können; denn die Vögelein hatten uns
gar heiter gestimmt, und nun war der Sänger ausgeflogen und hatte uns nicht einmal
einen Gruß zurück gelassen. Ich möchte nun zwar, was ich damals verloren habe, gerne
in der künftigen Woche nachholen; allein mein Schwager Rüsch
in Speicher
, der einige Wochen lang Strohwittwer ist, ruft mich auf einige Tage zu sich, damit
ich ihm die Traurigkeit seines liebenden und schmachtenden Herzens stillen helfe.
Dienstag Morgens werde ich die Appenzellischen Höhen besteigen. Wäre Herr Zellweger
daheim, so würde ich Sie anfragen, ob Sie nicht mitkommen wollten. Von Herrn Dekan
Däniker
sind einige Morgenblätter eingegangen; er wünscht dieselben in drei Wochen wieder
zurück. Ich lege die von Werdmüller
vervollständigten Memorabilia Tigurina Bluntschlis bei, in welchen Sie manchen Beitrag zur Geschichte des alten Adels, z. B. auch der
Herren von Rambach
finden werden. Die schlecht gelungenen Abschriften zweier Offnungen für Herrn Grimm
senden Sie nur dann ab, wenn Sie dieselben brauchbar finden. Den Ochs, einige Italica und einen Theil Eppishusana habe ich immer noch nicht so durchlesen und ausgezogen,
daß ich die Rechnung schließen könnte; ich bitte also um Geduld mit dem langsamen
Arbeiter. Dieweil heute Rüsttag ist, so nenne ich mich kurzweg
Ihren herzlich ergebenen Diak. Pupikofer.
Bischofzell
, den 18. April 1829.
Normalisierter Text
Mein verehrtester Herr und Gönner!
Dass Sie letzten Montag nicht bei Hause waren, war wirklich ein fataler Umstand. Wir
fanden uns in der trockenen Hoffnung in Eppishausen ein, unsere gute Laune recht laut äußern zu können; denn die Vögelchen hatten uns
gar heiter gestimmt, und nun war der Sänger ausgeflogen und hatte uns nicht einmal
einen Gruß zurückgelassen. Ich möchte nun zwar, was ich damals verloren habe, gerne
in der künftigen Woche nachholen; allein mein Schwager Rüsch
in Speicher
, der einige Wochen lang Strohwitwer ist, ruft mich auf einige Tage zu sich, damit
ich ihm die Traurigkeit seines liebenden und schmachtenden Herzens stillen helfe.
Dienstag Morgens werde ich die Appenzellischen Höhen besteigen. Wäre Herr Zellweger
daheim, so würde ich Sie anfragen, ob Sie nicht mitkommen wollten. Von Herrn Dekan
Däniker
sind einige Morgenblätter eingegangen; er wünscht dieselben in drei Wochen wieder
zurück. Ich lege die von Werdmüller
vervollständigten Memorabilia Tigurina Bluntschlis bei, in welchen Sie manchen Beitrag zur Geschichte des alten Adels, z. B. auch der
Herren von Rambach
finden werden. Die schlecht gelungenen Abschriften zweier Offnungen für Herrn Grimm
senden Sie nur dann ab, wenn Sie dieselben brauchbar finden. Den Ochs, einige Italica und einen Teil Eppishusana habe ich immer noch nicht so durchlesen und ausgezogen, dass ich die Rechnung schließen
könnte; ich bitte also um Geduld mit dem langsamen Arbeiter. Da heute Rüsttag ist,
so nenne ich mich kurzweg
Ihren herzlich ergebenen Diak. Pupikofer.
Bischofzell
, den 18. April 1829.