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Bischofzell, den 8. Aug. 1829.
Mein verehrtester Herr und Gönner!
Wie Sie aus der Beilage ersehen, wünscht man noch einige Actien zur Vollendung der
Schönsicht auf Hohenrain
bei Wäldi
zu verkaufen. Wollen Sie das gute Werk fördern helfen, so thun Sie damit dem Himmel,
dem dadurch so viele Menschen um achtzig Schuh näher kommen werden, einen großen Gefallen,
und ich zweifle nicht, daß derselbe Ihnen, Ihren Vordern und Nachkommen das gute Werk
mit den schönsten Aussichten in Zeit und Ewigkeit lohnen werde. In St. Gallen
war ich, und in Speicher
und Trogen
war ich; aber fürs erste war die Witterung schlecht, fürs zweite Herr Henne
und von Arx
im Gymnasium mit dem Examen beschäftigt, fürs dritte Herr Zellweger
wieder einmal nach Bern
auf die lange Zollbank versetzt, und so opferte ich drei Tage für nichts und wieder
nichts auf. Einzig bei Herrn Candidat Wegelin
in St. Gallen
sah ich einige Auszüge aus St. GallischThurgauischen Urkunden, und bei Herrn Kupferstecher
Hartmann
eine Reihe Siegelabdrücke und Zeichnungen, die für Sie mehr Interesse gehabt haben
möchten, als für mich. Wahrscheinlich sind Sie verreist und mein Gruß verhallet umsonst
in Ihren Klostergängen. Sei's drum! Mögen Sie nur viel Vergnügen haben! Wandere ich
dann in der folgenden Woche nach Eppishausen
und finde die Thüre verschlossen, so setze ich mich vor Ihre Kapelle und den Arm
aufs Knie gestützt und das Kinn in die Hand geschmogen, laß ich mir vom alten Fingal
einige hochbeinigte Schottentänze vortanzen, bis das Herz wieder zur Freude aufwacht.
Von ganzem Herzen Ihr Pupikofer.
Normalisierter Text
Bischofzell, den 8. Aug. 1829.
Mein verehrtester Herr und Gönner!
Wie Sie aus der Beilage ersehen, wünscht man noch einige Aktien zur Vollendung der
Schönsicht auf Hohenrain
bei Wäldi
zu verkaufen. Wollen Sie das gute Werk fördern helfen, so tun Sie damit dem Himmel,
dem dadurch so viele Menschen um achtzig Schuh näher kommen werden, einen großen Gefallen,
und ich zweifle nicht, dass derselbe Ihnen, Ihren Vorfahren und Nachkommen das gute
Werk mit den schönsten Aussichten in Zeit und Ewigkeit lohnen wird. In St. Gallen
war ich, und in Speicher
und Trogen
war ich; aber erstens war die Witterung schlecht, zweitens war Herr Henne
und von Arx
im Gymnasium mit dem Examen beschäftigt, drittens war Herr Zellweger
wieder einmal nach Bern
auf die lange Zollbank versetzt, und so habe ich drei Tage für nichts und wieder
nichts geopfert. Einzig bei Herrn Kandidat Wegelin
in St. Gallen
habe ich einige Auszüge aus St. Gallisch-Thurgauischen Urkunden gesehen, und bei
Herrn Kupferstecher Hartmann
eine Reihe Siegelabdrücke und Zeichnungen, die für Sie mehr Interesse gehabt hätten,
als für mich. Wahrscheinlich sind Sie verreist und mein Gruß verhallt umsonst in Ihren
Klostergängen. Na gut! Mögen Sie nur viel Vergnügen haben! Wenn ich dann in der folgenden
Woche nach Eppishausen
wandere und die Tür verschlossen finde, dann setze ich mich vor Ihre Kapelle, stütze
den Arm aufs Knie und denke nach, während ich mir vom alten Fingal einige hochbeinigte
Schottentänze vortanzen lasse, bis das Herz wieder zur Freude erwacht.
Von ganzem Herzen Ihr Pupikofer.