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Mein hochverehrter Herr und Gönner! Es thut mir unendlich leid, daß ich den Buchdrucker WegelinGND Icon nicht habe bewegen können, den Sigenot zu drucken. Es grauete wohl dem guten Manne vor dem gewaltigen Riesen. Dann hatte er das Papier, das Sie wünschten, nicht im Vorrathe: er fürchtete wegen der Correktur Verspätung durch den Boten, der ihm das Manuscript allemal erst nach drei Tagen zurückbringe, hiermit, bei einer doppelten Correktur, sechs Tage Säumniß mache; dann kommen drei Festtage, 25, 26 und 27 Dezember dazwischen, so daß ihm, dem Buchdrucker, auch dadurch die Zeit sehr verkürzt werde. Wenn Sie auf die eigene Correktur hätten verzichten wollen, wäre er bereit gewesen, die Arbeit zu übernehmen: aber dies durfte ich nicht zugeben, da ich aus Erfahrung weiß, wie genau Sie in dieser Rücksicht sind. Ich weiß Ihnen also keinen andern Rath, als, verwandeln Sie das Neujahrsgeschenk in ein Fastnachtsbüchlein oder in ein Osterei; unter diesem Titel werden Ihre Freunde die Gabe nicht weniger dankbar annehmen. Wenn aber der Riese Sigenot wüßte, wie schmählich man sein Heldenlied in der KrämerstadtWIKIDATA Icon zurückgewiesen habe, er würde seinen Unmuth kaum verhalten, und man müßte ein neues Lied von der Rache singen, die er an der ausgearteten Gallenzelle genommen habe. Ich sende Ihnen bei dieser Gelegenheit die noch übrigen Urkunden, die ich letzthin noch zurück behalten hatte, mit Ausnahme der Eppishauser Offnung, samt dem letzten Druckbogen der Thurg. Geschichte, und einer nicht sehr interessanten Fortsetzung der Helvetia. Bei den Ötlishauser Urkunden ist sehr auffallend, daß in den ältesten Briefen die Burg als Freigut, nach der Reformation aber als Lehen erscheint. Haben die Schenken ihr freies Recht verkauft oder vergessen? Die Urkunde von 1175 druckte WegelinGND Icon mit kurzem s, weil es ihm an dem langen mangle. Ob er noch andere Willkürlichkeiten sich erlaubt habe, weiß ich nicht, da er meine Handschrift mir nicht zurück gab. Heute haben wir Schulprüfungen; dann folgen geistliche Angelegenheiten die Menge, so daß ich weder EppishausenWIKIDATA Icon sehen, noch mit historicis mich abgeben kann. Leben Sie unterdessen wohl unter Ihren alten Weisen und Sängern, und lassen Sie Ihrem Wohlwollen ferner empfohlen sein Ihren Diakon Pupikofer. BischofzellWIKIDATA Icon, 21. Dez. 1829.

Normalisierter Text

Mein hochverehrter Herr und Gönner! Es tut mir unendlich leid, dass ich den Buchdrucker WegelinGND Icon nicht habe bewegen können, den Sigenot zu drucken. Es graute wohl dem guten Manne vor dem gewaltigen Riesen. Dann hatte er das Papier, das Sie wünschten, nicht im Vorrat; er befürchtete wegen der Korrektur Verspätung durch den Boten, der ihm das Manuskript jedes Mal erst nach drei Tagen zurückbringt, hiermit, bei einer doppelten Korrektur, sechs Tage Verzögerung verursacht; dann kommen drei Festtage, 25., 26. und 27. Dezember dazwischen, sodass ihm, dem Buchdrucker, auch dadurch die Zeit sehr verkürzt wird. Wenn Sie auf die eigene Korrektur hätten verzichten wollen, wäre er bereit gewesen, die Arbeit zu übernehmen; aber dies durfte ich nicht zugeben, da ich aus Erfahrung weiß, wie genau Sie in dieser Hinsicht sind. Ich weiß Ihnen also keinen anderen Rat, als, verwandeln Sie das Neujahrsgeschenk in ein Fastnachtsbüchlein oder in ein Osterei; unter diesem Titel werden Ihre Freunde die Gabe nicht weniger dankbar annehmen. Wenn aber der Riese Sigenot wüsste, wie schmählich man sein Heldenlied in der KrämerstadtWIKIDATA Icon zurückgewiesen hat, er würde seinen Unmut kaum zurückhalten können, und man müsste ein neues Lied von der Rache singen, die er an der ausgearteten GallenzelleWIKIDATA Icon genommen hat. Ich sende Ihnen bei dieser Gelegenheit die noch übrigen Urkunden, die ich letztlich noch zurückbehalten hatte, mit Ausnahme der Eppishauser Offnung, samt dem letzten Druckbogen der Thurgauer Geschichte, und einer nicht sehr interessanten Fortsetzung der Helvetia. Bei den Ötlishauser Urkunden ist sehr auffallend, dass in den ältesten Briefen die Burg als Freigut, nach der Reformation aber als Lehen erscheint. Haben die Schenken ihr freies Recht verkauft oder vergessen? Die Urkunde von 1175 druckte WegelinGND Icon mit kurzem s, weil es ihm an dem langen mangelte. Ob er noch andere Willkürlichkeiten sich erlaubt hat, weiß ich nicht, da er mir meine Handschrift nicht zurückgab. Heute haben wir Schulprüfungen; dann folgen geistliche Angelegenheiten ohne Ende, so dass ich weder EppishausenWIKIDATA Icon sehen noch mich mit Historikern beschäftigen kann. Leben Sie in der Zwischenzeit wohl unter Ihren alten Waisen und Sängern, und lassen Sie Ihrem Wohlwollen weiterhin empfohlen sein Ihren Diakon Pupikofer. BischofzellWIKIDATA Icon, 21. Dez. 1829.