Original Text Transcribed from the manuscript (Transkribus)

EppishWIKIDATA Icon. am 26. Januar 1830. Vortrefflichster oxéuv Hofentlich sind Sie samstag abends wol bei Iren penaten und bei Iren alten postillen angekommen, aus welchen Sie für den folgenden morgen doch eine oratio pro aris et focis zusamenlesen konnten: was mich anbetrift: so fand ich bei meiner ankunft eine merkwürdige kleine sammlung von zeichnungen und gemälden alter wappen und siegel, welche mir hr. Kupferstecher HartmannGND Icon, wie er sagt, auf Ire bestellung zugesendet hat. Da sie mir blos ad videndum mitgeteilt sind: so werde ich sie wol bald zurüksenden müßen: kommen Sie also, wenn auch Sie sie sehen wollen, es ist wol der mühe wert, denn sie sind recht brav und characteristisch gereichnet es sind lauter schweizWIKIDATA Icon. wappen und Sie werden darunter welche finden, welche wir schon längst zu kennen wünschten. Die verhandlungen des großen rates zu St. gallenWIKIDATA Icon habe ich mit vergnügen gelesen, es scheint man will auch dort jede staatsgewalt in die ir gebürende stellung sezen. Das Neujarsblatt📖 finde ich erbärmlich wie aus dem aermel geschüttelt und in aller eile herabgeleiert. soll ich mich irren, wenn ich den etwas schnellen und oft faulen h. Pfrer. ScheitlinGND Icon für den verfasser halte? Heute erhalte ich die nachricht, daß einer meiner ältesten freunde [:von den knabenjaren an:] plözlich und one krank zu sein, verstorben ist. Wol jm, er war ein gerechter und woltätiger mann und gewiß ruhet er sanft in der alten erde. Zugleich erhalte ich einen brief von dem H. v. CottaGND Icon aus StuttgartWIKIDATA Icon, welcher alles was ich in betref des epicopatus const.📖 vorgeschlagen habe, genemiget, es wird also ernst mit der sache, und ich für lange an die hobelbank gespannt. Seit 2 tagen hat die «àv iren siz unbeweglich bei uns aufgeschlagen; ich denke also, daß Sie Ihre reise nach HerisauWIKIDATA Icon auch vertagt haben, und wol auf einen sprung in die waldklause kommen können. Sobald wieder heller himmel, hätte ich lust eine fart ad st. gallonemWIKIDATA Icon vorzunemen. ich höre gar nichts mer von meinem guten und lieben ArxiusGND Icon, ob er schon in das große coenobium des heiligen vaters BenedictusGND Icon abgereist oder gegen alle erwartung, wieder auf der besserung ist. Viele grüße an die Irigen und H. OberamtmannsGND Icon von Irem Josefus EremitaGND Icon. Die winkelmänner bitte ich zum buchbinder zu schiken, und sich auch ein wenig um die monumenta boica📖 erkundigen zu lassen.

Normalisierter Text

Eppish, am 26. Januar 1830. Vortrefflichster Unbekannter! Hoffentlich sind Sie Samstag abends wohlbehalten bei Ihren Penaten und bei Ihren alten Postillen angekommen, aus welchen Sie für den folgenden Morgen doch eine Oration pro aris et focis zusammengestellt konnten. Was mich betrifft, so fand ich bei meiner Ankunft eine merkwürdige kleine Sammlung von Zeichnungen und Gemälden alter Wappen und Siegel, welche mir Herr Kupferstecher Hartmann, wie er sagt, auf Ihre Bestellung zugesendet hat. Da sie mir bloß zur Ansicht mitgeteilt sind, werde ich sie wohl bald zurückschicken müssen; kommen Sie also, wenn auch Sie sie sehen wollen, es ist wohl der Mühe wert, denn sie sind recht gut und charakteristisch gezeichnet. Es sind lauter Schweizer Wappen und Sie werden darunter welche finden, die wir schon lange zu kennen wünschten. Die Verhandlungen des großen Rates zu St. Gallen habe ich mit Vergnügen gelesen, es scheint man will auch dort jede Staatsgewalt in die ihr gebührende Stellung setzen. Das Neujarsblatt finde ich erbärmlich wie aus dem Ärmel geschüttelt und in aller Eile herabgeleiert. Soll ich mich irren, wenn ich den etwas schnellen und oft faulen Herrn Pfarrer Scheitlin für den Verfasser halte? Heute erhalte ich die Nachricht, dass einer meiner ältesten Freunde (von den Knabenjahren an) plötzlich und ohne krank zu sein, verstorben ist. Wohl ihm, er war ein gerechter und wohltätiger Mann und gewiss ruhet er sanft in der alten Erde. Zugleich erhalte ich einen Brief von dem Herrn v. Cotta aus Stuttgart, welcher alles, was ich in Bezug auf den Episkopatus Const. vorgeschlagen habe, genehmigt. Es wird also ernst mit der Sache, und ich bin gespannt. Seit 2 Tagen hat die Kälte Ihren Sitz unbeweglich bei uns aufgeschlagen; ich denke also, dass Sie Ihre Reise nach Herisau auch vertagt haben und wohl auf einen Sprung in die Waldklause kommen können. Sobald wieder Heller Himmel ist, hätte ich Lust, einen Ausflug nach St. Gallen zu unternehmen. Ich höre gar nichts mehr von meinem guten und lieben Arxius, ob er schon ins große Kloster des heiligen Vaters Benedikt abgereist oder gegen alle Erwartung wieder auf dem Weg der Besserung ist. Viele Grüße an Ihre Lieben und den Herrn Oberamtmann von Ihnen Josef Eremita. Die Winkelmänner bitte ich zum Buchbinder zu schicken und sich auch ein wenig nach den Monumenta Boica zu erkundigen.