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Mein verehrter Herr und Gönner! Es war meine Absicht, heute bei Ihnen ein Mittagssüppchen einzunehmen und Ihnen beim Hypenbrechen Gesellschaft zu leisten; allein Amtsgeschäfte rufen mich nach Hauptwyl und übermorgen ist das Fest ascensionis ChristiGND Icon, worauf ich morgen mich vorbereiten muß. Damit also Herrn GrimmGND Icon die Offnungen, die ich copirt habe, nicht länger vorenthalten bleiben, sende ich Ihnen dieselben durch den Boten. Ich hoffe, Herr GrimmGND Icon werde sich über die Hofrechte, die im FischenthaleWIKIDATA Icon (auch WaldWIKIDATA Icon liegt in diesem ThaleWIKIDATA Icon und RütiWIKIDATA Icon) herrschend waren, nicht wenig freuen. Die Allegate zur Erklärung der streitigen Theilungen finden sich im Hofrechte zu WaldWIKIDATA Icon, wo es heißt, eine Wittwe möge den ihr zugefallenen Antheil an liegenden Gründen den rechten geteiliden verkaufen, und wenn ein Verstorbener weder Vater noch Muttermag hinterlasse, da erbtind die, so der güter Theilung hettind. Noch klarer spricht sich die FischenthaleWIKIDATA Iconr Offnung § 13 und 19 darüber aus; da aber die §§ numerirt sind, so schreibe ich dieselben nicht ab. Dem Herrn ZellwegerGND Icon werden Sie wohl diesen Fund aus seiner ihm, wie es scheint, selbst nicht durchgängig bekannten Schatzkammer zur Kunde bringen. Die glänzende Mahlzeit, die Herr Oberamtmann zu Ehren seiner kinderreichen Gemahlin zurüsten läßt, wird künftigen Sonntag statt haben, und Sie werden auf den Mittag erwartet. An einem schönen Wunsche auf das Wohlergehen des kleinen JuliusGND Icon werden Sie es wohl nicht fehlen lassen, wenn schon derselbe nicht im JuliusGND Icon erzeugt, nicht im JuliusGND Icon geboren wurde, und seinen Stammbaum weder zum JuliusGND Icon Cäsar noch zum JuliusGND Icon, dem Sohne des ÄneasGND Icon, hinauf leitet. Meine Verse zum Andenken der ohne Zweifel schönen AngelaGND Icon, die wir in der großen Kälte so lange umsonst in Ihrer Rüstkammer suchten, wo sie sich unter alten Waffen und Weinkrügen versteckt hat, lege ich Ihnen mit innigster Bescheidenheit vor. Urtheilen Sie, ob Sie die Arbeit Herrn FollenGND Icon für seinen Zweck wollen einsenden lassen, oder nicht; denn ohne Ihre Ansicht darüber vernommen zu haben, möchte ich nicht aus meiner nüchternen Prosa hervortreten, um mich unter die Dichter zu reihen. An rothen Stiften zum Unterstreichen wirds Ihnen doch nicht fehlen? In MülheimWIKIDATA Icon war ich gestern nicht; also kann ich Ihnen nicht melden, was daselbst zum Heile des Landes gerathen und beschlossen worden sei. Ohne Zweifel wird des gestifteten Guten eine große Zahl sein, und Jakob FehrGND Icon wird dem Vernehmen nach wohl auch etwas davon zu sagen wissen. Unser Oberst EgliGND Icon, sonst auch einer der dicksten (wie der Holländer sagt), ist ebenfalls hier geblieben, und gestern auf dem Markte herumspazirt, wahrscheinlich in der Absicht, den Appenzeller aus der Volksmenge heraus zu forschen und ihm das Fastnachtspiel mit Blut zu bezahlen. So war auch der junge Herr von WeinburgWIKIDATA Icon, genannt RennhardGND Icon, auf unserem Markte, hat mir aber den alten Appenzellerkrieg nicht mitgebracht; da ich den edlen Herrn nicht selbst sah, konnte ich ihn nicht an seine Vergeßlichkeit erinnern. In der Hoffnung, Sie am Sonntag Abend eine Weile wenigstens zu sehen, oder noch lieber Ihnen unsere neue Matraze zum Nachtlager anbieten zu dürfen, bitte ich Sie, mir und den Meinigen ferner gewogen zu sein. Herzlich der Ihrige D.GND Icon PupikoferGND Icon. BischofzellWIKIDATA Icon, den 18. Mai 1830.

Normalisierter Text

Mein verehrter Herr und Gönner! Es war meine Absicht, heute bei Ihnen ein Mittagssüppchen einzunehmen und Ihnen beim Hypenbrechen Gesellschaft zu leisten; allein Amtsgeschäfte rufen mich nach Hauptwyl und übermorgen ist das Fest Christi Himmelfahrt, worauf ich morgen mich vorbereiten muss. Damit also Herrn GrimmGND Icon die Offnungen, die ich kopiert habe, nicht länger vorenthalten bleiben, sende ich Ihnen dieselben durch den Boten. Ich hoffe, Herr GrimmGND Icon werde sich über die Hofrechte, die im FischenthalWIKIDATA Icon (auch WaldWIKIDATA Icon liegt in diesem Tal und RütiWIKIDATA Icon) herrschend waren, nicht wenig freuen. Die Allegate zur Erklärung der streitigen Teilungen finden sich im Hofrechte zu WaldWIKIDATA Icon, wo es heißt, eine Witwe möge den ihr zugefallenen Anteil an liegenden Gründen den rechten geteilten verkaufen, und wenn ein Verstorbener weder Vater noch Mutter mag hinterlasst, da erbtind die, so der Güterteilung hettind. Noch klarer spricht sich die FischenthalWIKIDATA Iconer Offnung § 13 und 19 darüber aus; da aber die §§ numeriert sind, so schreibe ich dieselben nicht ab. Dem Herrn ZellwegerGND Icon werden Sie wohl diesen Fund aus seiner ihm, wie es scheint, selbst nicht durchgängig bekannten Schatzkammer zur Kunde bringen. Die glänzende Mahlzeit, die Herr Oberamtmann zu Ehren seiner kinderreichen Gemahlin zurüsten lässt, wird künftigen Sonntag statt haben, und Sie werden auf den Mittag erwartet. An einem schönen Wunsche auf das Wohlergehen des kleinen JuliusGND Icon werden Sie es wohl nicht fehlen lassen, wenn schon derselbe nicht im Juli erzeugt, nicht im Juli geboren wurde, und seinen Stammbaum weder zum JuliusGND Icon Cäsar noch zum JuliusGND Icon, dem Sohne des ÄneasGND Icon, hinauf leitet. Meine Verse zum Andenken der ohne Zweifel schöne AngelaGND Icon, die wir in der großen Kälte so lange umsonst in Ihrer Rüstkammer suchten, wo sie sich unter alten Waffen und Weinkrügen versteckt hat, lege ich Ihnen mit innigster Bescheidenheit vor. Urteilen Sie, ob Sie die Arbeit Herrn FollenGND Icon für seinen Zweck wollen einsenden lassen, oder nicht; denn ohne Ihre Ansicht darüber vernommen zu haben, möchte ich nicht aus meiner nüchternen Prosa hervortreten, um mich unter die Dichter zu reihen. An roten Stiften zum Unterstreichen wirds Ihnen doch nicht fehlen? In MülheimWIKIDATA Icon war ich gestern nicht; also kann ich Ihnen nicht melden, was dort zum Heile des Landes geraten und beschlossen worden sei. Ohne Zweifel wird des gestifteten Gutens eine große Zahl sein, und Jakob FehrGND Icon wird dem Vernehmen nach wohl auch etwas davon zu sagen wissen. Unser Oberst EgliGND Icon, sonst auch einer der dicksten (wie der Holländer sagt), ist ebenfalls hier geblieben, und gestern auf dem Markte herumspaziert, wahrscheinlich in der Absicht, den Appenzeller aus der Volksmenge heraus zu forschen und ihm das Fastnachtspiel mit Blut zu bezahlen. So war auch der junge Herr von WeinburgWIKIDATA Icon, genannt RennhardGND Icon, auf unserem Markte, hat mir aber den alten Appenzellerkrieg nicht mitgebracht; da ich den edlen Herrn nicht selbst sah, konnte ich ihn nicht an seine Vergesslichkeit erinnern. In der Hoffnung, Sie am Sonntag Abend eine Weile wenigstens zu sehen, oder noch lieber Ihnen unsere neue Matratze zum Nachtlager anbieten zu dürfen, bitte ich Sie, mir und den Meinigen weiter gewogen zu sein. Herzlich der Ihrige D. PupikoferGND Icon. BischofzellWIKIDATA Icon, den 18. Mai 1830.