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E. am 15. márz 1831. Reverende in ChristoGND Icon! Der allzeit fertige briefsteller, H. SchónhutGND Icon bischof in partibus infidelium zu hohen Twiel, beerte mich auch lezten samstag wieder mit einem einschlusse an Sie, mein verertester nachbar! ich såume also nicht seine homelie Inen zu übermachen. Unter dem namen KristGND Icon, ist der aus der hand des H. Prof: GraffGND Icon zu KönigsbergWIKIDATA Icon hervorgegangene alte Otfried v. WeissenburgGND Icon endlich auch in der villa EpponisWIKIDATA Icon angelangt. das buch ist auf gutes weisses papier mit schonen fetten und schwarzen lettern gedrukt was für alte augen ser angenem ist: aber die einleitende vorrede ist mir nicht einleitend genug, und ich bedaure, daß GraffGND Icon, der nun doch zu den besten editoren gehórt, wie BenekeGND Icon und LachmannGND Icon ein geschworner feind von großen vorreden zu sein scheint. wenn ich an die gelerten des XVII u. XVIII iarhunderts denke, die immer, auch bei den dikbauchigsten vorreden, glaubten es dem lector benevolus noch nicht klar und verständlich genug gemacht zu haben; so kann ich nicht anders vermuten, als, es sei allgemein angenommen, daß die menschen in der neuesten zeit auch an intellectuellen facultaten um vieles reicher geworden seien, und auch die ungelerten schon alles verstehen; was die gelerten sagen. mir bleibt dabei blos übrig meinen armen verstand unter dem glauben gefangen zu geben. Künftigen freitag, wenn es der Jupiter pluv: erlaubt, denke ich auf ein par tage nach SchafhausenWIKIDATA Icon zu faren, und neme mir die freiheit hier ein paar s. v. unterbeinkleider z. úbermachen. frau PupikoferGND Icon hatte schon im vorigen sommer die freundschaftliche gefälligkeit mir anzubieten, bei einem guten strumpfwirker mir ánliche machen zu lassen, und ich sende hier das muster dazu. fállt das erste par gut aus; so würde ich dann freilich merere bestellen. unter andern novis, ist auch des H pfarrer GratianusGND Icon [:nicht des Decretensammlers:] geschichte von ReutlingenWIKIDATA Icon angekommen, u. von d. grafen v. AchalmWIKIDATA Icon: Sunt bona, sunt quaedam mediocria, sunt mala plura! Quae legis hic, aliter non fit, Avite! liber. Also schon zu martialis zeiten war es so? warum sollte es denn nicht so bleiben? Im morgenblat fand ich einen aufsaz über d. Nibelungenlied v. einem H. Dr hermesGND Icon, der mir im anfang ganz wol gefiel, bald aber merkte ich, daß der mann nicht v. hermes trismegystosGND Icon abstammt; es scheint jm nur um eine große anzal drukseiten z. tun zu sein. kann ich Inen in SchafhausenWIKIDATA Icon etwas bestellen; so biete ich Inen meinen ganzen politischen einfluss dazu an. Soeben erhalte ich briefe von meinem sone, es gehet immer besser, und von meinem guten Uhland, dems auch gut gehet. Vale et ama LaszbergiumWIKIDATA Icon.

Normalisierter Text

E. am 15. März 1831. Reverende in ChristoGND Icon! Der allzeit fertige Briefsteller, H. SchönhutGND Icon, Bischof in partibus infidelium zu Hohen TwielWIKIDATA Icon, beehrte mich auch letzten Samstag wieder mit einem Einschluss an Sie, mein verehrtester Nachbar! Ich säume also nicht, seine Homilie Ihnen zu übermachen. Unter dem Namen KristGND Icon ist der aus der Hand des H. Prof: GraffGND Icon zu Königsberg hervorgegangene alte Otfried von WeissenburgGND Icon endlich auch in der Villa EpponisWIKIDATA Icon angelangt. Das Buch ist auf gutes weißes Papier mit schönen fetten und schwarzen Lettern gedruckt, was für alte Augen sehr angenehm ist: aber die einleitende Vorrede ist mir nicht einleitend genug, und ich bedaure, dass GraffGND Icon, der nun doch zu den besten Editoren gehört, wie BenekeGND Icon und LachmannGND Icon, ein geschworener Feind von großen Vorreden zu sein scheint. Wenn ich an die Gelehrten des 17. und 18. Jahrhunderts denke, die immer, auch bei den dickbäuchigsten Vorreden, glaubten, es dem lector benevolus noch nicht klar und verständlich genug gemacht zu haben; so kann ich nicht anders vermuten, als dass es allgemein angenommen ist, dass die Menschen in der neuesten Zeit auch an intellektuellen Fähigkeiten um vieles reicher geworden sind und auch die Ungelehrten schon alles verstehen, was die Gelehrten sagen. Mir bleibt dabei bloß übrig, meinen armen Verstand unter dem Glauben gefangen zu geben. Künftigen Freitag, wenn es der Jupiter pluvialis erlaubt, denke ich für ein paar Tage nach SchaffhausenWIKIDATA Icon zu fahren und nehme mir die Freiheit, hier ein paar S. v. Unterhosen zu übermachen. Frau PupikoferGND Icon hatte schon im vorigen Sommer die freundschaftliche Gefälligkeit, mir anzubieten, bei einem guten Strumpfwirker mir ähnliche machen zu lassen, und ich sende hier das Muster dazu. Fällt das erste Paar gut aus, so würde ich dann freilich mehrere bestellen. Unter anderem Neues ist auch des Herrn Pfarrer GratianusGND Icon [:nicht des Decretensammlers:] Geschichte von ReutlingenWIKIDATA Icon angekommen und von den Grafen von AchalmWIKIDATA Icon: Sunt bona, sunt quaedam mediocria, sunt mala plura! Quae legis hic, aliter non fit, Avite! liber. Also schon zu MartialsGND Icon Zeiten war es so? Warum sollte es denn nicht so bleiben? Im Morgenblatt fand ich einen Aufsatz über das Nibelungenlied von einem Herrn Dr. HermesGND Icon, der mir am Anfang ganz wohl gefiel, bald aber merkte ich, dass der Mann nicht von HermesGND Icon Trismegistos abstammt; es scheint ihm nur um eine große Anzahl Druckseiten zu tun zu sein. Kann ich Ihnen in SchaffhausenWIKIDATA Icon etwas bestellen, so biete ich Ihnen meinen ganzen politischen Einfluss dazu an. Soeben erhalte ich Briefe von meinem Sohn, es geht immer besser, und von meinem guten Uhland, dem es auch gut geht. Vale et ama LaszbergiumWIKIDATA Icon.