Original Text Transcribed from the printed edition (OCR)
Mein hochverehrter Herr und Nachbar!
Damit Sie ja Herrn Uhland das Thanhuserlied nicht länger vorenthalten, sende ich Ihnen dasselbe nicht nur in originali, sondern
auch von einer copia begleitet zurück; denn es wäre doch nicht recht, wenn aus dem
einzigen Grunde, daß Ihr Herr Singmeister auch Ihr Fechtmeister war, jene merkwürdige
Melodie nicht unter Ihre Notizen über den Minnegesang aufgenommen werden sollte. Wenn
Sie wieder zu mir kommen, wird Ihnen meine Tochter den Thanhuser vorsingen, und Sie thun ihr alsdann wohl den Gefallen, ihr auch die übrigen Strophen
mitzutheilen. Herr Pfarrer Vögeli
wünscht zu wissen, von welcher Familie der Rudolfus
thesaurarius ecclesiae Constant. gewesen sei, der 1300 ff. vorkömmt, auch Propst vom Zürich
-Großmünster war, obwohl nie in Zürich
residirend und XI. kal. Oct. 1309 starb? Können Sie darüber Auskunft geben, so werden
Sie vielen Dank einernten; denn es scheint Herrn Pfarrer Vögeli
viel daran gelegen zu sein. Ich lege Ihnen hier meinen Auszug aus den Schultheiß.
Kollektaneen bei, damit Sie prüfen, ob er als Register genüge. Angenehm wäre es mir,
auch den ersten oder dritten Band dieser Kollektaneen durchgehen zu können. Wir sind
hocherfreut über den angenehm zugebrachten Tag letzten Mittwoch wieder nach Hause
zurückgekommen. Ich will hoffen, daß die Feuchtigkeit des Waldes auch Ihnen keinen
Schaden gebracht habe.
Mit herzlicher Ergebenheit bin ich Ihr Diac. Pupikofer.
Bischofzell
, 5. Mai 1831.
Normalisierter Text
Mein hochverehrter Herr und Nachbar!
Damit Sie ja Herrn Uhland das Thanhuserlied nicht länger vorenthalten, sende ich Ihnen dasselbe nicht nur in originali, sondern
auch von einer copia begleitet zurück; denn es wäre doch nicht recht, wenn aus dem
einzigen Grund, dass Ihr Herr Singmeister auch Ihr Fechtmeister war, jene merkwürdige
Melodie nicht unter Ihre Notizen über den Minnegesang aufgenommen werden sollte. Wenn
Sie wieder zu mir kommen, wird Ihnen meine Tochter den Thanhuser vorsingen, und Sie tun ihr dann wohl den Gefallen, ihr auch die übrigen Strophen
mitzuteilen. Herr Pfarrer Vögeli
wünscht zu wissen, von welcher Familie der Rudolfus
thesaurarius ecclesiae Constant. gewesen sei, der 1300 ff. vorkömmt, auch Propst
vom Zürich
-Großmünster war, obwohl nie in Zürich
residierend und XI. kal. Oct. 1309 starb? Können Sie darüber Auskunft geben, so werden
Sie vielen Dank ernten; denn es scheint Herrn Pfarrer Vögeli
viel daran gelegen zu sein. Ich lege Ihnen hier meinen Auszug aus den Schultheiß.
Kollektaneen bei, damit Sie prüfen, ob er als Register genügt. Angenehm wäre es mir,
auch den ersten oder dritten Band dieser Kollektaneen durchzugehen. Wir sind hocherfreut
über den angenehm zugebrachten Tag letzten Mittwoch wieder nach Hause zurückgekommen.
Ich will hoffen, dass die Feuchtigkeit des Waldes auch Ihnen keinen Schaden gebracht
hat.
Mit herzlicher Ergebenheit bin ich Ihr Diakon Pupikofer.
Bischofzell
, 5. Mai 1831.