Original Text Transcribed from the printed edition (OCR)
Eppish. am 23. August 1831.
Reverende in Christo
!
Der gehenkte H
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enking schreibt mir unterm 14. dieses aus Karlsruhe
und schliesset mir den einschluss an Sie an; heute erhalte ich den brief und heute
erhalten Sie den einschluß. aus H
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enkings brief erfare ich nichts über den hergang der sache; sondern bloß, daß er irgendwo
eine anstellung zu erhalten wünscht; wozu er glaubt meine dienste brauchen zu können;
was aber der fall nicht sein wird, da ich H
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enking nicht genug kenne, um In empfelen zu kónnen, und auch in der áussern welt keine
bekanntschaften mer habe, welche jm núzen kónnten. Ich enthalte mich alles urteils
über H
enkings geschichte; aber ich bin überzeugt, daß er den lezten schritt früher oder
nimmer håtte tun sollen. Inen muß jezt sein, wie mir vorzeiten den andern tag nach
einem balle; ich hórte noch immer die musik in meinen oren wiederhallen und Sie werden
das wieder- und nachtoenen der gestrigen Lieder noch immer nicht verwinden können.
Zu meinem Katharr hat sich heute morgen, wie angeablasen, ein gichtischer Schmerz
in der achsel gesellt; ich bin also auch in jeder bewegung des kopfs schmerzlich gehemmt.
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ol der teufel das krank sein! wenn es einen am arbeiten hindert! Noch eins! ich verneme
daß dieses Jar keine Alpenrosen erscheinen: H
Follen ist jezt ein reicher mann geworden, und wird wol die Leyer an die wand hangen.
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Braun schreibt mir aus Múnchen
daß er am 20. über Bozen
, Verona
, Venedig
, Bologna
, Florenz
, Pisa
, Livorno
, Genua
, Mayland
die westl. Schweiz
nach Eppish
ausen reise. In einem alten Schlosse bei Botzen
hat man eine menge alte wandgemålde entdekt, welche aus dem Liede der Nibelungen, H
eldenbuch &c: szenen darstellen, und in Irer art ser schon sein sollen. Diese will
er nun vorzüglich besuchen und untersuchen. Si quid novisti rectius istis, affer;
si non, his utere mecum.
Vale et fave Laszbergio
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Normalisierter Text
Eppishausen, am 23. August 1831.
Reverende in Christo
!
Der gehenkte Herr Henking
schreibt mir unter dem 14. dieses aus Karlsruhe
und schließt mir den Einschluss an Sie an; heute erhalte ich den Brief und heute
erhalten Sie den Einschluss. Aus Henking
s Brief erfahre ich nichts über den Hergang der Sache; sondern bloß, dass er irgendwo
eine Anstellung zu erhalten wünscht; wozu er glaubt, meine Dienste brauchen zu können;
was aber der Fall nicht sein wird, da ich H. Henking
nicht genug kenne, um ihn empfehlen zu können, und auch in der äußeren Welt keine
Bekanntschaften mehr habe, welche ihm nützen könnten. Ich enthalte mich jeglichen
Urteils über Henking
s Geschichte; aber ich bin überzeugt, dass er den letzten Schritt früher oder niemals
hätte tun sollen. Ihnen muss jetzt sein, wie mir vorzeiten am nächsten Tag nach einem
Ball; ich höre noch immer die Musik in meinen Ohren widerhallen und Sie werden das
Wieder- und Nachtönen der gestrigen Lieder noch immer nicht verwinden können. Zu meinem
Katarrh hat sich heute Morgen, wie angeblasen, ein gichtischer Schmerz in der Achsel
gesellt; ich bin also auch in jeder Bewegung des Kopfs schmerzlich gehemmt. Hol der
Teufel das Kranksein! Wenn es einen am Arbeiten hindert! Noch eins! Ich vernehme,
dass dieses Jahr keine Alpenrosen erscheinen: H. Follen
ist jetzt ein reicher Mann geworden, und wird wohl die Leier an die Wand hängen.
H. Braun
schreibt mir aus München
, dass er am 20. über Bozen
, Verona
, Venedig
, Bologna
, Florenz
, Pisa
, Livorno
, Genua
, Mailand
die westliche Schweiz
nach Eppishausen
reise. In einem alten Schloss bei Bozen
hat man eine Menge alter Wandgemälde entdeckt, welche aus dem Lied der Nibelungen, Heldenbuch etc. Szenen darstellen und in ihrer Art sehr schön sein sollen. Diese will er nun
vorzüglich besuchen und untersuchen. Si quid novisti rectius istis, affer; si non,
his utere mecum.
Vale et fave Lazsbergio
.