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Mein hochverehrter Herr!
Herr Dr. Kern versichert, von Ihnen keinen Brief empfangen zu haben, also an den daraus entstandenen
Irrungen ohne Schuld zu sein. Er wird künftige Woche in Weinfelden
sein und von dort aus zu Ihnen kommen; aber da er den Tag noch nicht bestimmt weiß,
kann er auch nichts genaueres darüber bestimmen. Die Kommissionen des großen Raths,
der Erziehungsrath, der Kriegsrath, das Obergericht u. s. w. nehmen den guten Mann
von allen Seiten so in Anspruch, daß er beinahe nie Herr seiner Zeit ist. Höchst wahrscheinlich
indessen wird der Donnerstag Abend Ihren Rechts - Consulenten zu Ihnen führen. Unsere
Reise nach Dießenhofen
gieng, der stürmischen Witterung und der schlechten Pferde des neuen Hauptortes u.
a. hindernden Umstände ungeachtet gut von Statten; allein die Mémoires des Marschalls
von Mont Luc
brachte ich Ihnen nicht mit, weil Herr Benker
dieselben nicht besitzt. Dagegen sende ich zu Handen des Herrn von Liebenau
einige Schriften, die derselbe kennen zu lernen wünschte. Auch die letzte Sendung
des Anzeigers lege ich bei für den Fall, daß Sie den Tanhuser noch nicht sollten im Drucke gesehen haben. Wenn Ihr neuer Wein sauset, werde ich
mir das Vergnügen machen, Sie heimzusuchen. In Dießenhofen
hat die gute Gesellschaft mir vielen Geschmack für den Sauser beigebracht, und da
will ich dann bei Ihnen eine Repetition in meinen gemachten Fortschritten vornehmen.
Bis dieses geschieht, und noch lange darüber hinaus bin ich
Ihr Ergebenster Pupikofer.
Bischofzell
, den 10. Nov. 1832.
Normalisierter Text
Mein hochverehrter Herr!
Herr Dr. Kern versichert, von Ihnen keinen Brief empfangen zu haben, also an den daraus entstandenen
Irrungen ohne Schuld zu sein. Er wird künftige Woche in Weinfelden
sein und von dort aus zu Ihnen kommen; aber da er den Tag noch nicht bestimmt weiß,
kann er auch nichts genaueres darüber bestimmen. Die Kommissionen des großen Rats,
der Erziehungsrat, der Kriegsrat, das Obergericht usw. nehmen den guten Mann von allen
Seiten so in Anspruch, dass er beinahe nie Herr seiner Zeit ist. Höchst wahrscheinlich
jedoch wird der Donnerstag Abend Ihren Rechts - Konsulenten zu Ihnen führen. Unsere
Reise nach Dießenhofen
ging, der stürmischen Witterung und der schlechten Pferde des neuen Hauptortes usw.
hindernden Umstände ungeachtet gut von Statten; allein die Mémoires des Marschalls
von Mont Luc
brachte ich Ihnen nicht mit, weil Herr Benker
dieselben nicht besitzt. Dagegen sende ich zu Handen des Herrn von Liebenau
einige Schriften, die derselbe kennenlernen möchte. Auch die letzte Sendung des Anzeigers
lege ich bei für den Fall, dass Sie den Tannhäuser noch nicht im Drucke gesehen haben.
Wenn Ihr neuer Wein saust, werde ich mir das Vergnügen machen, Sie zu besuchen. In
Dießenhofen
hat die gute Gesellschaft mir viel Geschmack für den Sauser beigebracht, und da werde
ich dann bei Ihnen eine Wiederholung meiner Fortschritte vornehmen. Bis dies geschieht,
und noch lange darüber hinaus, bin ich
Ihr Ergebenster Pupikofer.
Bischofzell
, den 10. Nov. 1832.