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Eppishausen am 12 Januar 1838.
Erst mit der gestrigen post, mein vererter freund und nachbar! erhielt ich eine antwort
von H. Prof. Wakernagel
, welche in beziehung auf das glossarium des Du Cange
folgendes saget: "Der Basler Du Cange
ist iezt Eigentum vom verleger „meines Lesebuches; ich kann Ihnen, wenn Sie michs
wollen besorgen lassen ein Exemplar für 16 Schw: Fr: verschaffen, ein anderer muß etwas mer zahlen." Ich erwarte also nun Ire weiteren
auftráge, um dies kleine geschäft zu besorgen. Mir scheint, da die gemeinúzige gesellschaft
doch gesinnt ist Inen ein geschenk von mereren Louisd'or zu machen; so konnten dem
Ducange noch ein par andere búcher beigefügt werden: z.B: das Scherzische Glossar fúr das
mittelhochdeutsche, welches in Straßburg
noch immer zu haben ist; oder einige scriptores? Bei liegendes paket wurde mir von
Dr. Liebenau
vor einigen tagen aus Luzern
beigeschlossen; er sandte mir zugleich einen cod: chart: Sec: XV enthaltend den Schachzabel
des Conrad von Ammenhusen
, welchen er fúr sich von den Capuzinern zu Luzern
erworben hat, und aus dem ich die in meiner handschrift befindliche lúke ergánzt
habe; er ist auch sonst vorzüglicher als der meinige. In dem ich für die rúkgehenden
Literaturblátter aus Berlin
danke, bitte ich zugleich viele male um verzeihung, daß ich sie so lange behalten
habe. Der catalogus Mssptorum Eppishusanorum ist leider noch immer nicht beendigt;
ich werde alle augenblike gestórt und steke so voller briefschulden aus dem alten
jare her, daß ich zu keiner arbeit kommen kann. Wir sind gottlob! alle gesund und
vergnúgt und wünschten unsere lieben gaste vom Berthelis
Tage bald wieder bei uns zu sehen. Leben Sie wol, von uns allen gegrúßet, und grúßen
Sie auch von uns alle unsere freunde. Ir
Jos
: v Laszberg
.
Normalisierter Text
Eppishausen am 12. Januar 1838.
Erst mit der gestrigen Post, mein verehrter Freund und Nachbar, erhielt ich eine Antwort
von H. Prof. Wakernagel
, welche in Beziehung auf das Glossarium des Du Cange
folgendes sagt: "Der Basler Du Cange
ist jetzt Eigentum vom Verleger meines Lesebuches; ich kann Ihnen, wenn Sie mich
wollen, besorgen lassen ein Exemplar für 16 Schweizer Franken verschaffen, ein anderer muss etwas mehr zahlen." Ich erwarte also nun Ihre weiteren
Aufträge, um dieses kleine Geschäft zu besorgen. Mir scheint, dass die gemeinnützige
Gesellschaft doch geneigt ist, Ihnen ein Geschenk von mehreren Louisd'or zu machen; so könnten dem Ducange noch ein paar andere Bücher beigefügt werden, zum Beispiel das Scherzische Glossar
für das Mittelhochdeutsche, welches in Straßburg
noch immer zu haben ist, oder einige Scriptores? Beiliegendes Paket wurde mir vor
einigen Tagen von Dr. Liebenau
aus Luzern
beigeschlossen; er sandte mir zugleich einen cod. chart. Sec. XV, enthaltend den
Schachzabel des Conrad von Ammenhusen
, welchen er für sich von den Kapuzinern zu Luzern
erworben hat, und aus dem ich die in meiner Handschrift befindliche Lücke ergänzt
habe; er ist auch sonst vorzüglicher als der meine. In dem ich für die zurückgehenden
Literaturblätter aus Berlin
danke, bitte ich zugleich vielmals um Verzeihung, dass ich sie so lange behalten
habe. Der Catalogus Mssptorum Eppishusanorum ist leider noch immer nicht beendet;
ich werde alle Augenblicke gestört und stecke so voller Briefschulden aus dem alten
Jahr her, dass ich zu keiner Arbeit kommen kann. Wir sind Gottlob! alle gesund und
vergnügt und wünschten unsere lieben Gäste vom Berthelis
Tage bald wieder bei uns zu sehen. Leben Sie wohl, von uns allen gegrüßt, und grüßen
Sie auch von uns alle unsere Freunde. Ihr
Jos. v Laszberg
.