Original Text Transcribed from the manuscript (Transkribus)
Bad Ueberlingen am
9ten July. 1841.
Werter Herr und Freund!
Ich kann unsere tischnachbaren Herren Burkhard-Iselin und seine
frau
nicht nach Basel
zurükreisen
lassen, one
inen einen eben so freundlichen als herzlichen gruß an Sie und die Irigen
mitzugeben.
allzulange schon /: die dinte ist ganz abscheulich und das papier nicht
weniger schlecht:/ blieben
meine briefe unbeantwortet, und doch verlangt uns ser zu
wissen, wie es Inen und Irem hause
ergehet? mein exemplar des
Lesebuches📖 ist noch immr one vorrede und nachrede und seitdeme
haben Sie gewiss
auch schon anderes zu tage gefördert. Auch ich werde Inen nächstens etwas
schiken,
zwar
nicht aus der guten zeit; aber es wäre für Schwaben doch
schade, wenn es unbekannt bliebe.
Ich erhalte eben den 3ten correctur bogen; ich hoffe Sie
sollen es gerne lesen; denn auch für die sprache
des anfangenden
XV. Jarhunderts in Schwaben ist es
merkwürdig. Leben Sie wol! gott behüte Inen
weib und kind,
welche ich und Jenny
von herzen grüssen. Joseph der alte Laßbergaere.
Normalisierter Text
Bad Überlingen am 9. Juli 1841. Werter Herr und Freund! Ich kann unsere Tischnachbarn, Herrn Burkhard-Iselin und seine Frau, nicht nach Basel zurückreisen lassen, ohne Ihnen einen ebenso freundlichen wie herzlichen Gruß an Sie und die Ihren mitzugeben. Allzulange schon /: die Tinte ist ganz abscheulich und das Papier nicht weniger schlecht:/ blieben meine Briefe unbeantwortet, und doch verlangt uns sehr zu wissen, wie es Ihnen und Ihrem Hause ergeht? Mein Exemplar des Lesebuches ist noch immer ohne Vorrede und Nachrede und seitdem haben Sie gewiss auch schon anderes zu Tage gefördert. Auch ich werde Ihnen nächstens etwas schicken, zwar nicht aus der guten Zeit; aber es wäre für Schwaben doch schade, wenn es unbekannt bliebe. Ich erhalte eben den dritten Korrekturbogen; ich hoffe, Sie sollen es gerne lesen; denn auch für die Sprache des anfangenden XV. Jahrhunderts in Schwaben ist es merkwürdig. Leben Sie wohl! Gott behüte Sie, Weib und Kind, welche ich und Jenny von Herzen grüßen. Joseph, der alte Laßberger.
Translation
Bad Überlingen, July 9th, 1841. Dear Sir and Friend! I cannot let our table neighbors Mr. Burkhard-Iselin and his wife return to Basel without sending you and yours a friendly and heartfelt greeting. For far too long /: the ink is quite terrible and the paper is no less bad:/ my letters have remained unanswered, and yet we are eager to know how you and your household are faring? My copy of the reading book still lacks a preface and afterword, and since then you have surely brought other works to light. I will soon send you something, though not from the good times; but it would be a shame for Swabia if it remained unknown. I am just receiving the third proof sheet; I hope you will enjoy reading it; for it is remarkable also for the language of the early 15th century in Swabia. Farewell! May God protect you, your wife, and child, whom Jenny and I warmly greet. Joseph the old Laßbergaere.